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Die vier Außenminister stimmten in Paris den Vorschlag Bevins zu, die Besprechungen über die Friedensverträge mit den Balkanstaaten und Italien am Freitag zu beenden.

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Die italienischen Wirtschaftsfragen standen als erster Punkt auf der Tagesordnung der Pariser Konferenz der vier Außenminister, die am Montag unter dem Vorsitz des britischen Außenministers Bevin zur zweiten Sitzung zusammentrat.

Kulturnachrichten

Das Pariser Radio-Symphonie-Orchester brachte zum Geburtstag der Jungfrau von Orleans das Oratorium "Jeanne d’Arc à Orléans" von Tony Aubin unter Leitung des Komponisten sowie das "Alpine Concerto" von Edmund Pendieton, dem Musickritiker der "New York Herald Tribune", Paris.

Das fehlende Schräubchen

Die nordamerikanische Kraftwagenerzeugung kommt nicht in Gang. Sie liegt immer noch weit unter der gegebenen Leistungsfähigkeit, weil eine besondere Zulieferung versagt.

Frankreichs drei Gesichter

Die neue französische Nationalversammlung ist zusammengetreten. Ihre Zusammensetzung hat viele Fragen aufgeworfen. Wieso konnte im kleinbürgerlich-bäuerlichen Frankreich, das nur zwei Großstädte kennt, Paris und Marseille, und als fünftgrößte Nizza, die Kommunistische Partei stimmenmäßig weiter anwachsen und wieso konnte anderseits in diesem Land, dessen politisches Gesicht bisher durch die Aufklärungsphilosophie bestimmt war und das nie eine starke parteipolitisch-katholische Bewegung kannte; die MRP, die republikanische Volksbewegung oder sinngemäßer übersetzt: die Partei der fortschrittlichen Katholiken, in knapp zwei Jahren die stärkste Frankreichs werden? Wie berechtigt auch diese Fragen sind, so hat doch wohl anderseits noch nie ein französisches Wahlergebnis so sehr den soziologischen Begebenheiten entsprochen wie dieses.

Wille zur Synthese

Am kommenden Sonnabend werden die Außenminister in Paris erneut zur Konferenz zusammentreten. Zwar werden sie dort nicht in einem Konklave nach dem Vorbild römischer Papstwahlen sitzen – nicht eher entlassen aus ihm, als sie sich geeinigt haben –, aber die Notwendigkeit, nunmehr endlich die Vorbereitung eines Friedensschlusses zustande zu bringen, ohne den sich die Erholung der Welt täglich von neuem als unmöglich erweist, stellt einen nicht weniger gebieterischen Zwang dar.

Appell an die UNO

Als die Außenminister sich auf der Pariser Konferenz nicht hatten einigen können, als der Weg zum wahren Frieden durch die Unmöglichkeit versperrt schien, eine gemeinsame Grundlage für die angestrebte Friedenskonferenz zu gewinnen, da hat der nordamerikanische Staatssekretär Byrnes einen neuen Weg gewiesen.

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Nachdem der amerikanische Außenminister Byrnes sich in einer Rundfunkansprache mit der Pariser Außenministerkonferenz befaßt und vorgeschlagen hatte, die Generalversammlung der UNO um die Vorbereitung von Friedensvorschlägen zu bitten, falls es nicht zur Einberufung einer Friedenskonferenz in diesem Sommer käme, nahm auch der sowjetische Außenminister Molotow auf einer Pressekonferenz in Moskau zu den Pariser Besprechungen sowie zur Rede Byrnes Stellung.

Duell der Außenminister

Zwischen dem nordamerikanischen Außenminister Byrnes und dem sowjetischen Außenkommissar Molotow hat sich ein geistiges Duell entwickelt.

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Auf der Pariser Außenministerkonferenz, die am vergangenen Donnerstag beendet wurde, kam es in bezug auf Deutschland zu keiner Einigung.

Rainer Maria Rilke und die Zeit

"Was wird das für eine Ratlosigkeit geben hernach, wenn alle die gläubig hingenommenen Begriffe von den Sockeln, auf denen man sie ausgestellt hat, abgenommen sein werden, und die verwirrt Überlebenden an die verlassenen Gesetze des innersten Daseins sich wieder werde anschließen wollen.

Vertagte Entscheidung

Die Außenminister der Siegermächte haben sich in Paris nicht einigen können. Sie sind auseinandergegangen, ohne die Grundlagen für die von der ganzen Welt so heiß ersehnte Friedenskonferenz gelegt zu haben.

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Auf der Pariser Konferenz der Außenminister wurde in der Frage der italienischen Kolonien dank des Nachgebens von Molotow und Bevin eine Verständigung erzielt.

Die Welle nach rechts

Die Abstimmung über den Verfassungsvorschlag brachte in Frankreich eine Überraschung. Obwohl sich die beiden Linksparteien, die Kommunisten wie die Sozialisten, für die Verfassung eingesetzt hatten, die zusammen bei den letzen Wahlen die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu versammeln vermochten, stimmte diesmal das französische Volk gegen die Linksparole.

Geistiges Zentrum in der USA-Zone

Die Marburger Ecke ist verschlossenes Binnenland, auch wenn wieder D-Züge von Paris über Frankfurt, Kassel, Berlin nach Moskau gehen.

Bildnis einer Europäerin

Was ihm an ihr gefiel, das war das spezifisch Wienerische, das Frische, Gesunde, diese bezaubernde Liebenswürdigkeit, die lächelnde Sentimentalität, diese Gemütlichkeit – um den unübersetzbaren Lokalausdruck zu gebrauchen; aber auch der ‚gute Ton‘, die gepflegte Umgangsart, die gerade die Wiener Durchschnittsfrauen – wie ihre Pariser Schwestern – den ‚großen Damen’ ähnlich machen, so wie die Wiener Semmeln dem Pariser Brioche ähnlich sind.

An der Krise vorbei

Die Außenministerkonferenz in Paris hat ihre erste Krise überwunden. Der britische Außenminister Bevin ist von seinem Flug nach London mit versöhnlichen Vorschlägen zurückgekommen, die den Fortgang der bereits scheinbar hoffnungslos festgefahrenen Verhandlungen ermöglichte.

Frankreichs Nein

Frankreich, durch die Pariser Außenministerkonferenz ohnehin schon im Blickpunkt der Welt, hat dieser Weit eine politisch Sensation geboten: mit 10 4 50 883 gegen 9 280 380 Stimmen hat das französische Volk die vom Verfassungsausschuß seiner Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung abgelehnt.

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Die Ablehnung der von der Nationalversammlung entworfenen Verfassung in Frankreich wird von den rechtsstehenden Zeitungen als eine Niederlage der Kommunisten und Sozialisten gewertet.

Heikle Themen

Auch die Versammlung der Außenminister in Paris macht keine Ausnahme von der durch Briand einmal ausgesprochenen diplomatischen Erfahrung, daß jede große Konferenz erst einmal ihre Krise durchmachen muß.

Ein Teilungsplan

François Poncet, während langer Jahre französischer Botschafter in Berlin, hat einen Plan vorgelegt, der die Kriegsgefahr beschwören soll, die – angeblich von einem einigen, von zentraler Stelle geleiteten und verwalteten Deutschland ausgehen könnte.

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Ende der Woche begann in Paris die Außenministerkonferenz. Über den französischen Wunsch, die Frage der deutschen Westgrenze zu klären, konnte noch keine Einigung erzielt werden, zumal nach britischer Auffassung die deutsche Westgrenze nur im Rahmen der gesamtdeutschen Frage geregelt werden kann.

München spielt Theater

Im Jahre 1942, als Paris besetzt war, wurde dort auf 42 Bühnen Theater gespielt. Solcher Fülle kann sich München nicht rühmen.

Aus den Briefen eines Malers

... übrigens habe ich ein neues Modell – die concierge hat sie mir heraufgeschickt. Was sie dazu veranlaßt hat, weiß ich nicht.

Das Biedermeier der Prominenz

Das Gerüchtemachen, der Erfahrungsaustausch, das Hörensagen haben die Städte Deutschlands in fette und magere eingeteilt. So gelten Oldenburg in der englischen, Heilbronn in der französischen, Passau in der amerikanischen und Schwerin in der russischen Zone für wahrhafter als andere gleich große – oder besser: gleich kleine Städte.