: Paul Celan

Angst, Warnung, Überlegung

Seine "Warngedichte" sind Angstgedichte. Wer solche Angst nicht kennt, solche Beklommenheit, vermag kein Dichter zu sein in einer Welt, in der Vergangenes auf uns zukommt, als sei es das Künftige.

Dem Verderben abgewonnen

In einem Vortrag vor ungefähr zehn Jahren sagte W. H. Auden: "Die Dichter meiner Generation und der nächsten finden sich ...

Kleiner Kunstkalender

Paul Celan hat, schon vor fünfzehn Jahren, über Edgar lené ein Buch geschrieben, es hieß "Der Traum vom Traume". Der Maler gehört, grob gesagt, zu den Surrealisten, er hat seit 1930 abwechselnd in den beiden Zentren des Surrealismus, in Wien und Paris, gelebt.

Die fragwürdige Tradition

Ob eine Anthologie dadurch, daß sie nicht nur eine Sammlung von Gedichten sein, sondern auch einen Beweis antreten oder Schule machen will, besser oder schlechter wird, läßt sich so allgemein wahrscheinlich nicht beantworten.

Zeitmosaik

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt hat den mit 8000 DM dotierten Georg-Büchner-Preis 1963 an Hans Magnus Enzensberger verliehen.

Die neue "Neue Rundschau"

Die neue "Neue Rundschau" hat drei neue Herausgeber: Golo Mann, Harry Pross und Herbert Heckmann. Sie hat auch einen neuen Redakteur: Rudolf Hartung löste Rudolf Hirsch ab, der die Zeitung zwölf Jahre hindurch geleitet und redigiert hatte.

Ein anderer Sinn, eine andere Form

Gewiß, ursprünglich sollte es ein repräsentatives Aushängeschild sein, eine solide und schmucke Visitenkarte, attraktiv vor allem für die westlichen und für die nicht kommunistischen Intellektuellen.

Eine Kumpanei zur Verhinderung von Unfug

Es gab einmal eine Zeitschrift der jungen Generation, sie hieß Der Ruf und wurde im Jahre 1947 wegen eines zu demokratischen Gebrauchs des demokratischen Grundrechts, frei seine Meinung sagen zu dürfen, von den Amerikanern verboten.

Alte Lieder für eine neue Zeit

Hätte die Oktoberrevolution sich die Treue der Poeten des Aufbruchs bewahren können, wäre sie deren visionären Spuren gefolgt, so erschiene sie uns längst mit tief religiösen Zügen, die der Betrachter nach vierzig Jahren, von der Dichtung auf die Politik verwiesen, nur als konservierte und ein wenig fatale Rudimente erkennen kann.

Mohlers Takt

Daß man von Toten nur Gutes sagen sollte, ist ein Ratschlag, der eher altehrwürdig als immer gut ist. Hat er doch beispielsweise dazu geführt, daß es keine verlogenere literarische Gattung gibt als den Nekrolog.

Das Unbehagen an der Moderne

Jedermann kennt das Wort von Goethe: "Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen; die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, zu jeder muß jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen.

Zeitmosaik

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, die den Georg-Büchner-Preis an den Lyriker Paul Celan verlieh, veröffentlicht in ihrem neuesten Jahrbuch eine philologische Untersuchung von Reinhard Dahl zum "Fall Celan" ("Geschichte und Kritik eines Angriffs"), in der die in den letzten Jahren gegen Celan erhobenen Vorwürfe widerlegt werden, er habe sich des Plagiats an dem Werk Yvan Gölls schuldig gemacht (Vorwürfe, die vor allem von Yvan Golls Witwe ausgingen und eine Reihe deutscher Schriftsteller zur Verteidigung Celans auf den Plan riefen).

Zeitmosaik

Gisela von Collande, die wir auf unserem Bilde in der Rolle der Hedda Gabler (Ibsen) sehen, ist am vergangenen Sonntag in der Nähe von Pforzheim tödlich verunglückt.

Mein Gedicht: Todesfuge

Ich habe, durch die Jahrzehnte hindurch, nacheinander sechs Zeilen aus sechs Gedichten kennengelernt, die sich mit mir kommunizierten und mich veränderten.

Mein Buch des Monats:: Vollkommenheit im Einfachen

Ein schmaler Gedichtband, geschrieben von einer bedeutenden, aber bis heute noch wenig bekannten Autorin, die nun zu Nelly Sachs, Marie-Luise Kaschnitz, Ingeborg Bachmann, Christine Busta und Margot Scharpenberg tritt, bestätigt die Grundtendenz der modernen Lyrik: der Höhepunkt der Apokryphen ist überwunden, man schreibt wieder Gedichte, die klar und präzise, einfach und vollkommen sind: vorbei die Stunde des Surrealismus! Man nimmt zur Kenntnis, man konstatiert und beschwört, man stammelt nicht mehr und man schreit nicht.

Die Gruppe 47 und ihre Kritiker

Dies sind die beiden großen Ereignisse im alljährlichen Literaturbetrieb der Bundesrepublik: die Messe der Bücher in Frankfurt und die Tagung der Gruppe 47 an jeweils wechselnden Orten.

Mein Buch des Monats:: Nüchternheit und Präzision im Hymnos

Kein Wunder, daß diesen Mann schon vor Jahren, 1952, als sein erster Gedichtband, "Mohr und Gedächtnis", erschien (drei Jahre später folgte "Von Schwelle zu Schwelle"), die Aura der Legende umgab: hier, so glaubte man, erstand noch einmal die Größe der Abseitigkeit, hier wuchs, ganz für sich allein, ein Werk des Schweigens und der Einsamkeit, hier war der Gegenpol zum poetischen Kongreßbetrieb unserer Tags, zum Dichterlesungsrummel, zu Akademiesitzungen und Festreden bezeichnet.

Lyrik aus zweiter Hand

Härtling geht es um zeitgenössische Gedichte: Wilhelm Lehmann, Ingeborg Bachmann, Walter Höllerer, Helmut Heißenbüttel, Johannes Poethen, Günter Eich, Karl Krolow, Paul Celan sind mit je einem Gedicht vertreten, das Härtling dann genauer untersucht.

Paul Celan:: Entwurf einer Landschaft

Am 26. Januar erhielt Paul Celan den Bremer Literaturpreis für seine Gedichtbände "Mohn und Gedächtnis" und "Von Schwelle zu Schwelle", Celan, der 1920 in Czernowitz (Bukowina) geboren wurde und jetzt in Paris als Übersetzer lebt, hat sich in wenigen Jahren als Lyriker hohe Achtung verschafft.

Gedichte einer Gequälten

Eigentlich sind es nicht Gedichte aus dem KZ, sondern über das KZ, erst Jahre nach der Rückkehr der Verfasserin aus den Konzentrationslagern geschrieben.