: Pier Paolo Pasolini

Völker-Mord

Wir reden hier nicht über Literatur, ich bin aber – zu meinem Unglück oder Glück – Literat und habe daher nicht immer die passenden Fachausdrücke zur Hand.

Porno, Kunst & Paragraphen

Pasolinis Film „Salò“ wurde freigesprochen – Endlich verfügt die Justiz über die Instrumente, der Kunst Sittlichkeitsprozesse zu ersparen

Politische Bevormundung

Erster Fall: Pier Paolo Pasolinis "Die 120 Tage von Sodom". Die Wellen schlagen hoch, das Chaos des geltenden Filmbeschlagnahme-Rechts ist total: Wer, wo, wie und mit welchen Folgen gegen Pasolinis Film aktiv werden kann, das erscheint so willkürlich und ungeklärt, daß schon dieses juristische Durcheinander nur als Farce, wenn nicht als Blamage enden kann.

Zeitmosaik

Ich habe nie zuvor einen Film in dieser Weise gedreht. Es ist mein grausamster Film, weil er von der Anarchie der Macht, der Anarchie der Ausbeuter spricht.

Filmtips

"Alexander, der Lebenskünstler" von Yves Robert, der in dieser bereits 1967 entstandenen Komödie einen viel subtileren Humor entwickelt als in seinem Erfolgsfilm "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh".

Filmtips

"Bananas" von Woody Allen. "Unmoralische Geschichten" von Walerian Borowczyk. "Der Dialog" von Francis Ford Coppola. "American Graffiti" von George Lucas.

Filmtips

"Inki" von George Moorse. Psycho-Horror in bester amerikanischer Tradition. Eine junge Frau (Angelika Bender) wird von einer Männerstimme bedrängt und hat Visionen.

Filmtips

"Steamboat Bill Jr." von Charles F. Reisner. Buster Keaton als verträumter College-Absolvent soll seinem Vater, dem Dampfer-Bill, im harten Konkurrenzkampf gegen den Großunternehmer King beistehen.

Filmtips

"Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" von Pier Paolo Pasolini. Karawanen und Kurden, schöne Sklavinnen und Lustknaben, Dämonen, Poeten, Fabelwesen: ein Märchenfilm, künstlich und doch ganz sinnlich, ein orientalisches Kaleidoskop, sehr fern und phantastisch.

Filmtips

"Im Dreck verreckt" von José Giovanni. "Montana Sacra" von Alexandra Jodorowsky (siehe Seite 24). "American Graffiti" von George Lucas (siehe Seite 24).

Filmtips

"Der letzte Tango in Paris" von Bernardo Bertolucci. "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" von Luis Bunel. "Vor Einbruch der Nacht" von Claude Chabrol.

Filmtips

"Die Spielregel" von Jean Renoir. Ein scheinbar heiteres Divertissement mit Marivauxschen Verwicklungen und Musik von Mozart entwickelt sich zu einer bitteren Gesellschaftssatire.

Filmtips

Im Fernsehen: "Der Verräter" (USA 1935), von John Ford (Bayern III 20. Oktober). "Die Hoffnung" (Spanien/Frankreich 1938), von André Malraux (Hessen III 20.

FILMTIPS

Im Fernsehen: "Vierzig Gewehre" (USA 1957), von Samuel Fuller (Bayern III 14. April), ist wohl der gewalttätigste Western der fünfziger Jahre.

FILMTIPS

Im Fernsehen: "Das Erste Evangelium – Matthäus" und "Teorema" (Italien 1964 und 1968). Die beiden Filme, im ARD-Programm am 31.

Auf Pasolinis Spuren

Manche nennen "Ostia" von Sergio Citti "den besten Pasolini, den es je gab". Pier Paolo Pasolini hat am Drehbuch mitgearbeitet, und auch der Stoff, so heißt es, sei von ihm; Citti war ja lange Zeit bei Pasolini Assistent.

FILMTIPS

Im Fernsehen: "Kierion" (1968), von Demosthenes Theos. Deutsche Erstaufführung (Original mit Untertiteln) eines griechischen Films.

FILMTIPS

Im Fernsehen: "Partner" (1968), von Bernardo Bertolucci, erreicht uns exakt zwei Jahre nach den Ereignissen, aus denen er entsprungen ist.

FILMTIPS

Im Fernsehen: "Der letzte Rebell" (1953), von Budd Boetticher, ARD am 25. April. "Morocco" (1930), von Josef von Sternberg, Südwest III am 25.

FILMTIPS

"Große Vögel, kleine Vögel" (1966), von Pier Paolo Pasolini. Nach einer Fernsehaufführung vor vier Jahren jetzt auch im Verleih.