: Privathaushalt

Die grüne Wende im Bewußtsein

Einem unbefangenen Beobachter kann kaum entgehen, daß viele Deutsche inzwischen leicht angegrünt sind. Wer kennt nicht etliche Zeitgenossen, die – ohne übermäßig jugendbewegt, alternativ oder kulturkritisch zu sein – ihren Privathaushalt, ihren oikos, wie eine kleine Bürgerinitiative organisieren: Der gute alte Komposthaufen im Garten kommt längst wieder zu seinem Recht; anstatt alles zu vermengen, wandern das Silberpapier, mit dem die Schokolade eingewickelt war, und die Aluminiumfolie, der Joghurtbecher, die leeren Batterien aus dem Kinderspielzeug und das Altglas hübsch getrennt in die dafür vorgesehenen Container.

Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor. Deshalb sei es gerechtfertigt, staatliche Sozialleistungen abzubauen, behaupten die Sozialpolitiker der Regierung Kohl-Genscher. Sie berufen sich dabei auch auf eine Studie, die aber nicht unumstritten ist In der ZEIT wurde sie von Michael Jungblut unter der Überschrift "Die heimlichen Reichen" (Nr. 18/83) gelobt, während Mitarbeiter des Gewerkschaftsbundes sie kritisierten (Nr. 20/83). Wir setzen die Auseinandersetzung mit zwei Beiträgen eines Soziologen fort : Verankert in der Gesellschaft...

... oder ist der Wohlfahrtsstaat nur ein unzeitgemäßes Relikt aus vergangenen Epochen?