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Rechtsextremismus: Rechte Gewalt in Deutschland

  • Rechtsextreme Gruppierungen in Deutschland erstarken, Aggressionen gegen Flüchtlinge und Asylbewerber nehmen zu. Die Justiz ermittelt aber nur wenige Täter.
  • Am 9. Oktober, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, versuchte der Rechtsextremist Stephan B. in die Synagoge im Paulusviertel in Halle (Saale) einzudringen. Er scheiterte jedoch und erschoss stattdessen zwei Passanten in der näheren Umgebung. B. übertrug den Anschlag live im Internet, zuvor hatte er ein antisemitisches Manifest hinterlassen.
  • Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde Anfang Juni mit einer Schusswunde im Kopf auf der Terrasse seines Hauses gefunden. Der Tatverdächtige Stephan E. ist dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Er gestand den Mord.
  • Nachdem am 26. August 2018 in Chemnitz ein 35 Jahre alter Deutscher getötet worden war, kam es in der Stadt zu fremdenfeindlichen Protesten und Übergriffen.
  • Im Juli 2018 endete der NSU-Prozess in München. Beate Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Die rechtsextreme Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" ermordete zwischen 2000 und 2007 neun Menschen mit Migrationshintergrund, sowie eine deutsche Polizistin.
  • Im Sommer 2015 sollen acht Tatverdächtige der rechtsradikalen Gruppe Freital mehrere Anschläge, unter anderem gegen Asylbewerberheime, verübt haben. Die Angeklagten wurden am 7. März 2018 zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt.
  • Seit 1990 wurden in Deutschland mindestens 169 Menschen Opfer rechtsextremistisch motivierter Morde. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Recherche des Tagesspiegels und von ZEIT ONLINE. Nur knapp die Hälfte der Fälle wird demnach von den Behörden als politische Gewalt anerkannt.