: Robert Schumann

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Die Tonart g-moll war von früh an Mozarts Bekenntnis-Tonart. Sie spiegelt immer, ohne Rücksicht auf übliche höfische Konventionen, den Musiker, seinen Unmut, seinen Trotz, seine innere Einsamkeit wider; den Zeitgenossen blieb dieser Mozart unverständlich.

Die neue Schallplatte

„Tanzmusik aus Ungarn – Vol. 2“. Damit kein Intum aufkommt: hier sind keine vielgespielten Ungarischen Tänze und Rhapsodien des 19.

Von Aristoteles bis Zufall

Die Idee, daß zwischen Genie und Wahnsinn ein enger Zusammenhang bestehe, ist eine philosophische Vulgarität. Interessant daran ist vor allem, wie sie zu einer konventionellen Unweisheit wurde.

Zeitmosaik

Wie ein Irrlicht taucht er auf, einmal da bei Pasolini, einmal dort bei Luigi Nono oder auch einmal hier in Peter Weiss’ „Ästhetik des Widerstands“ – aber kennen tut ihn hierzulande kaum einer: Antonio Gramsci, einer der wichtigsten sozialistischen Theoretiker Europas.

Im Kino

„Asphalthaie“ von Hector Babenco ist die auf einigen Festivals mit achtbaren Preisen bedachte Schilderung des Elends verwaister und verwahrloster Kinder in der Dritten Welt.

Festspiel gegen den Provinzialismus

Daß man im Sommer nach Holland fährt, um neben der See auch noch Kunst zu genießen – vor zehn Jahren wäre niemand auf diesen Gedanken gekommen.

Die neue Schallplatte

dem Gewitter als Höhepunkt; das bedeutet weiter starres Formschema mit der unbedingten Notwendigkeit der „Divertissements“, der musikalischen Kurzweil durch Tanz- und Gesangs-Einlagen – Oper als Unterhaltung.

Die Franzosen feiern Feste

Neben dem Theaterfestival von Avignon, den nicht weniger berühmten Lyrik- und Musikfestspielen von Aix-en-Provence und dem Festival Pablo Casals in Prades bietet Frankreich eine Fülle von Festspielen und Festwochen.

Vier Meister der Musik

Unseren Lesern wird Walter Abendroth nicht nur als Redaktionsmitglied der "Zeit" bekannt sein, sondern auch als Autor der maßgebenden Pfitzner-Biographie, vielleicht auch als Komponist.

Große Pianisten der Gegenwart (5): Triumph der Individualität

Es ist auffallend, daß Wilhelm Kempff, jener deutsche Pianist, den heute viele für einen der bemerkenswertesten Interpreten unserer Zeit halten, gerade nicht an Tiefsinn, „Weihe“ und Abgründigkeit (wie man es doch vom typisch germanischen Musiker erwarten möchte) die klavierspielende Weltelite zu übertreffen scheint, sondern eher an Individualität, einer oft bis ins Kokette reichenden Phrasierungsintelligenz und an sensiblem Charme.

Fernseh-Kritik: Rennpappe

Warum braucht man zur Produktion eines Trabis nur zwei Arbeiter? – Einen zum Falzen, einen zum Kleben.“ So quittierte jüngst der gesamtdeutsche Witz den Massenansturm motorisierter DDRler auf den Westen.

Neue Schallplatten:: Brahms – nicht einzuordnen

Alle Versuche, Johannes Brahms für die klassische oder die romantische Schule der Musik mit Beschlag zu belegen, scheitern. Er weist eine ganz neue Substanz auf: Vielgestaltigkeit als organisch geschlossenen Eigenwert.

Brahms-Wochen in Hamburg: Nicht aus dem Herzen

Als er, am 30. September 1853, sich in Düsseldorf bei Robert Schumann als Pianist vorstellte, zwanzig Jahre alt, sprach dieser anschließend von einem „Berufenen“, von einem, „der da kommen mußte“.

Keine Primadonna

An den großen Opernzentren der Welt heißt sie „la lionne française“. Gefunden haben muß man diesen Titel in dem Augenblick, da sie als Floria Tosca dem gerade erdolchten Polizeichef Scarpia den Fuß auf die Brust setzt und mit Ironie und Triumph, Verachtung und Stolz das berühmte „Und vor diesem Manne zitterte ganz Rom!“ ausspricht.

Das Europa der Fakten

Seit gut einem Jahr ist gemäß den Beschlüssen der Haager Gipfelkonferenz von 1969 und auf der Grundlage des anschließenden „Luxemburger Berichts“ von 1970 zwischen den sechs und seit kurzem zwischen den zehn Partnern der Europäischen Gemeinschaften erstmalig eine politische Zusammenarbeit zustandegekommen, die in diesem Rahmen diesen Namen wirklich verdient.

Selbstbeschränkung auf die Klassik

Ein fast bis zum Überdruß gespieltes Anfängerstück, aus rund zwanzig bislang produzierten Schallplatten des Künstlers gleichsam als prototypisches Indiz aufgegriffen: Mozarts populäre C-dur-Sonate KV 545, deren irreführender Beiname „Sonata facile“ ihren prekären Schwierigkeitsgrad (nicht zuletzt in Hausmusikzirkeln) meist grausam unterschätzt.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Die Mißhelligkeit zwischen wohltemperiertem Klavier und freitemperierten Streichinstrumenten hat Komponisten immer wieder provoziert,, es trotzdem zu versuchen – und aus der reizvollen Diskrepanz musikalischen Gewinn zu ziehen.

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