: Robert Schumann

Funk für Anspruchsvolle: Ein guter Griff

Wenn ein Professor einen Vortrag hält, dann ist das Zuhören oft nicht jedermanns Sache. Das gilt besonders dann, wenn seine Stimme aus dem Äther kommt und das Auge sich nicht schadlos halten kann für das, was das Ohr nicht versteht.

Funk für Anspruchsvolle

Aus Köln sollte ein öffentliches Konzert übertragen werden, in dem Igor Strawinskij drei eigene Werke dirigierte. Strawinskij erkrankte aber, und das Konzert mußte abgesagt werden.

Schallplatte

Robert Schumann: „Klavierwerke“. Am 25. November wird der Pianist Wilhelm Kempff 80 Jahre alt. Seine Plattengesellschaft, für die er 1920 die erste Aufnahme spielte, hat zum Geburtstag mehrere bisher nur einzeln verfügbare Schumann-Platten zu einer Kassette zusammengefaßt und noch einiges Neueingespielte hinzugefügt – was allerdings leider keinen Vergleich verschiedener stilistischer Zeitalter ermöglicht (der vermutlich zu äußerst interessanten Ergebnissen führte).

Die neue Schallplatte

Robert Schumann: „Klavierkonzert a-moll“. Arturo Benedetti Michelangeli war 22 Jahre alt, als er, 1942, für die vorliegende Platte Schumanns Konzert spielte, und wer heute das Beethoven- oder Chopin-Spiel des eigenwilligen Italieners schätzt, muß sich für die alte Schumann-Aufnahme begeistern: für die Ruhe, die hier herrscht, für die Sublimität, mit der Nuancen, kleine Hervorhebungen, fast unmerkliche Tempoveränderungen, Abstufungen des Anschlags, der Stakkati und Portati herausgearbeitet sind, für die Präzision in den Verzierungen – und besonders für die abrupten Wechsel der Stimmungen.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Der Liebhaber der Kammermusik erfreut sich hier an Kompositionen Beethovens, die im Konzertsaal kaum zu hören sind und die auf der Schallplatte bisher nie vollständig veröffentlicht wurden.

Die neue Schallplatte

zeigen einen ungebrochenen Virtuosen des so subtilen wie präzisen Klanges, einen so markanten wie sensiblen Zeichner von Linien und Formen, der immer noch mit äußerster Akkuratesse und Empfindlichkeit ans Werk geht.

Musik machen: denken und fühlen: Romantiker, Analytiker, Virtuose

Im Amsterdamer Concertgebouw genießt (oder fürchtet) der Solist seinen Auftritt wie weiland die Diva in einer großen Hollywood-Show: Während er eine Zwei-Dutzend-Stufen-Treppe hinabschreitet, möglichst sicher und ohne zu straucheln, aber auch mit dem zuversichtlichen Lächeln eines Jetzt-schon-Siegers, in diesen zwanzig, dreißig Sekunden muß er jenem Raubtier Publikum in die Augen sehen, das bereit ist, sich ihm zu Füßen zu legen, wenn er es bändigt; das ihn aber auch zerreißen wird, wenn er die Dressur nicht schafft.

Düsseldorf ehrt Pfitzner

Hans Pfitzner, der zu Unrecht vernachlässigte Meister, kann feststellen, daß sein 80. Geburtstag im deutschen Musikleben Westdeutsche lands beachtet worden ist.

Musik wird wieder schön

Nun hat auch die Neue Musik ihren Frieden mit der Welt gemacht. In Donaueschingen, wo seit 1921 bei den Musiktagen das Barometer der renommierten zeitgenössischen Musik hängt und eigentlich immer auf „Sturm“ zeigte (das andere Meßgerät, das in Darmstadt die Zustände bei der mehr experimentellen Avantgarde registrierte, ist vor Jahren schon bei einer allzu heftigen Turbulenz wegen Altersschwäche zusammengebrochen), in Donaueschingen also legten die Komponisten dieses Jahr ein Programm vor, das mehr als nur Kompromißbereitschaft gegenüber den Wünschen des breiteren Publikums bedeutet.

Meyerbeer und Schumann: tanzend

Kann gerade das Ballett verdüsterte Kapitel der Musikgeschichte klären, verschüttete Komponisten-Biographien aufdecken helfen? John Neumeiers erste große Uraufführung an der Hamburgischen Staatsoper, sein choreographisches Doppelporträt „Meyerbeer-Schumann“ erhebt diesen Anspruch.

Wenn Deutsche feierlich werden

Ich begrüße im besonderen den Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz als den Herrn der Landesregierung; den Oberbürgermeister von Mainz mit Gemahlin und den Stadträten, Ehrenbürgern und Ehrenringträgern der Stadt Mainz; den Vizepräsident des Deutschen Bundestages; den Oberbürgermeister unserer Nachbarstadt Wiesbaden; den Vertreter der Bezirksregierung von Rheinhessen und -Pfalz; in Vertretung von Magnifizenz den Herrn Professor; den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer von Rheinhessen; für die Katholische Kirche Herrn Weihbischof für die Evangelische Kirche den Propst für Rheinhessen; für die Bundeswehr als Vertreter des Befehlshabers im Wehrbereich IV Herrn Oberst i.

Die neue Schallplatte

Robert Schumann: „Werke für Oboe und Klavier“. Das Cover-Gemälde, Waldmüllers „Blick auf Arco“, täuscht: weder alpenländische Bauern- oder Winzeridyllen noch dolomitische Mächtigkeit werden hier musikalisch ausgedrückt.

Die neue Schallplatte

Lieder von Schubert – gewiß; aber Quartette? Wie viele gibt es, sind es Originale oder Bearbeitungen? Wozu sind sie komponiert, in welchem Rahmen entstanden und aufgeführt? Dummerweise zeigt die Plattenhülle hier, wo sie tatsächlich einmal Informationen vermitteln könnte, nur die fünf Konterfeis der Interpreten.

Leipzig – Maske oder Metropole?: Wo Funktionäre sich mit Bossen treffen

Leipzig! Zweitgrößte Stadt der DDR, hier ist Johann Sebastian Bach gestorben und Walter Ulbricht geboren. Jetzt 590 000 Einwohner, vorwiegend Sachsen, von denen für westdeutsche Ohren – die nicht mehr das Thüringische vom Sächsischen unterscheiden können – das Idiom der DDR geprägt wird.

Die neue Schallplatte

Robert Schumann: "Sinfonien Nr. 1 und 4." Hier hat das sooft und so oft überflüssigerweise angewandte Prinzip, aus einer Gesamtausgabe aller Sinfonien eine Einzelplatte auszukoppeln, sich als sinnvoll erwiesen: Die beiden besten Aufnahmen der vom VEB Deutsche Schallplatten übernommenen Schumann-Kassette mit Wolfgang Sawallisch sind jetzt getrennt zu haben.

Klassikerausgaben – kritisch betrachtet: Zaungast auf Reisen

Als Thomas Mann 1911 zu einer Ausgabe von „Peter Schlemihls wundersamer Geschichte“ die Einleitung schrieb, resümierte er die gebildete Auffassung der Jahrhundertwende von Rang und Eigenart des Dichters mit dem halb altdeutschen, halb französischen Namen Adelbert von Chamisso, dessen Gedichte in jeder Anthologie und in jedem Lesebuch figurierten und dessen gesammelte Werke zum festen Bestand deutscher Klassiker-Bibliotheken rechnen.

Schallplatten

Felix Mendelssohn-Bartholdy: „Klaviertrio op. 49“ Robert Schumann: „Klaviertrio op. 63“. Ein legendäres Trio: Jacques Thibaud, der erste Sensibilist unter den Geigern, Pablo Casals, der vielleicht umfassendste Cellist unseres Jahrhunderts, und Alfred Cortot, der Poet unter den Pianisten.

Was spricht die Sprache der Töne?

Es geht nicht nur darum, der musikästhetischen Leistung des größten Antipoden Richard Wagners, die bisher im Sinne seines Gegners und der romantischen Musikauffassung falsch beurteilt wurde, zur gerechten Würdigung ihrer wahren Bedeutung zu verhelfen, sondern auch zu begreifen, daß die Erkenntnisse des "gefürchteten" Kritikers die Grundlage unserer gegenwärtigen Musikanschauung und die klarste Rechtfertigung des modernen Schaffens bilden.

Zeitmosaik

Everding ist flink wie ein Wiesel, er hört und sieht alles, nichts entgeht ihm. Jede Geste, jedes Wort stimmt. Es gibt nichts Überflüssiges, das ist reine Substanz.

Die neue Schallplatte

Ludwig van Beethoven: „Klaviersonate op. 111“/Robert Schumann: „Symphonische Etüden/Toccata op. 9“. Sogar als er sich zum ersten Mal in Berlin hören ließ in einem Soloabend, riskierte Ivo Pogorelich gleich alles, indem er Beethovens letzte Sonate ins Programm setzte, kam, wurde gesehen (und gehört) und siegte.

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