: Rolf Liebermann

Simone Young: Eine matte Masche

Neues vom Ende einer problematischen Ära: Simone Young dirigiert in Hamburg die Uraufführung von Beat Furrers Oper "la bianca notte".

Magnet

In der Stadt der meisten Stradivari-Besitzer (nicht -Spieler!) startet am 16. September das erste Hamburger Musikfest. Dass diese acht Tage im September unkonventionell klingen, dafür sorgt wieder einmal das musikalische Aushängeschild der Hansestadt: Ingo Metzmacher

Zeitläufte: Der größte Bismarck der Welt

Denkmale als Wirtschaftsfaktor: Wie es Hamburgs Kaufleuten um 1900 gelang, sich mit kolossalen Monumenten die Gunst von Kaiser und Reich zu sichern

Zeit zum Hören

Damals, vor 25 Jahren etwa, hatte Rolf Liebermann etwas Absonderliches probiert. Aufgefordert, zur Expo Lausanne eine Musik zu komponieren, dachte er an die Exponate und schrieb die Symphonie "Les Echanges", eine Komposition für 156 rasselnde, klappernde und klingelnde Maschinen, darunter Registrierkassen, Schreibmaschinen und Hubstapler.

Ruth Berghaus: Kühne Künstlerin

Opernfreunde und Musikkritiker geraten in heftigen Streit, seitdem Ruth Berghaus auf den Bühnen des internationalen Musiktheaters den Ton angibt.

Der neue "Ring" in München: Ja, aber, nein

Mitten hinein in die jubelselige und bravofreudige Stimmung am Ende der Münchner Opern-Festspiele hat die bayerische Staatsregierung eine Bombe geworfen: Es sei "politisch nicht verantwortbar", schrieb die Frau Staatssekretärin an den Herrn Intendanten, wenn die Ausstattung der für kommenden März geplanten Neuinszenierung von Wagners "Ring des Nibelungen" mehr als zwei Millionen koste.

Das Erbe und die Erben

Die Semper-Oper in Dresden wurde zweimal zerstört und jetzt zum zweiten Male wieder aufgebaut. Die DDR hat sich das sieben Jahre Arbeit und 250 Millionen Mark kosten lassen.

Die neue Schallplatte

Kölner Saxophon-Mafia: "Unerhört – Stadtklänge". Es ist wirklich eine bisher unerhörte, ungehört gewesene Stadtmusik, auch wenn sie an manches erinnert, ohne damit wirklich verwandt zu sein: beispielsweise an die Musique concrète, an Rolf Liebermanns Büromaschinenkonzert.

Hamburgs Staatsoper braucht wieder einen Mann, der nach dem Rechten sieht: Chef gesucht

Opernhäuser sind, allen gutmeinenden Zweifeln zum Trotz, anachronistische Institute. Ihr Repertoire, beispielsweise, besteht zu achtundneunzig Prozent aus Stücken, die zwischen siebzig und dreihundertsiebzig Jahre alt sind – kein Schauspielhaus, aber auch keine Galerie und keine Bibliothek könnte sich solchen exklusiven Luxus leisten.