Schwangerschaftsabbruch: Ist der Paragraf 219a noch zeitgemäß?

  • "Wir haben abgetrieben": In den Siebzigerjahren gingen Frauen erstmals offen mit Schwangerschaftsabbrüchen um. Zwischenzeitlich war es ruhiger um das Thema geworden. Woran liegt das?
  • 2017 haben 101.209 Frauen eine Schwangerschaft vorzeitig beendet. Die Abbrüche sind in Deutschland nicht legal, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei. Dies wird im Paragraf 218 Strafgesetzbuch geregelt. Eine Beratung vorher ist Pflicht, zwischen der Beratung und dem Eingriff müssen drei Tage Bedenkzeit liegen.
  • Im Dezember 2018 hat sich die Koalition zudem auf eine Reform des Paragrafen 219a geeinigt. Der Paragraf untersagt Ärztinnen und Ärzten zu ihrem "Vermögensvorteil" Informationen über Schwangerschaftsabbrüche anzubieten – das umfasst auch Ärztehonorare, die ohnehin für Behandlungen anfallen. Dieses oft missverständlich als "Werbung" bezeichnete Verbot wurde scharf kritisiert, weil es Ärztinnen untersagt, überhaupt zum Thema zu informieren. Nun soll 219a bestehen bleiben. Die SPD wollte den Paragrafen ganz abschaffen, die Union nicht. Der Kompromiss: Es soll künftig Aufgabe der Bundesärztekammer und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sein, Betroffene über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren.
© Verena Brüning

Medizinstudium: Papayas statt Patientinnen

An Papayas lernen Medizinstudierende in ihrer Freizeit, wie man Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Denn an der Universität bringt ihnen das niemand bei.

© Julia Ossko und Eugen Schulz für DIE ZEIT

Schwangerschaftsabbruch: Und wenn es behindert ist?

Frauen haben die Freiheit, Schwangerschaften zu beenden. Die Gesellschaft muss ihnen aber auch die Freiheit lassen, sich für ein behindertes Kind zu entscheiden.