: Stasi

Ben Witter: Sieh mal da: Hochdeutsch mit Tonfall

Walter Ulbricht sächselte. In die Reden seiner Kampfgenossen flutschte ihm zu Ehren manchmal auch sein Tonfall. Und weil die Sachsen immer emsig und obrigkeitshörig sind (bis sie schließlich mit letzter Kraft auf die Barrikaden gehen), ließ Ulbricht Vopos von der Pleisse an die Spree kommandieren.

Die unsichtbare Mauer: Ostler gegen Wessie-Sicht

Am Mittwoch voriger Woche blieb die Küche kalt in der Westberliner taz-Kantine, hundert Meter vorm „Checkpoint Charlie“. Das Personal streikte aus Protest gegen die Redaktion.

Zwei deutsche Seelen im Konflikt

Gelangweilt schlendern acht oder neun Passanten am ehrwürdigen Renaissance Rathaus in Leipzigs Stadtzentrum vorbei. Die Embleme von Hugo Boss, Daniel Hechter und Lacoste auf der T Shirt Brust weisen sie als WestTouristen aus.

Die terroristische Vereinigung

Deutschland West schwarze Filzstiftkreuze einen neuen Fall als erledigt markieren. Hinweise von dienstbaren Leuten ermöglichen der DDR Polizei, was Springers Welt als „schweren Schlag gegen die RAF" einordnet.

Das operative Wörterbuch

Die hundert Kilometer Akten, die in den streng bewachten Archiven gesichtet werden, weisen den Staatssicherheitsdienst als deutsche Behörde aus: eine perfekt organisierte, streng nach Vorschrift arbeitende Unterdrückungsmaschine.

Supermänner des Sozialismus

Das Organisationskomitee hat sich mal wieder mächtig ins Zeug gelegt. So eine Rodelweltmeisterschaft, die wird im thüringischen Wintersportort Oberhof nicht bloß veranstaltet, die wird zelebriert. Prunkvoll, groß, mit allem, was dazugehört.

Kollegen ohne Konzepte

Ein kräftiger Besen zum Auskehren — mit diesem Geschenk seines Freundes Heinz Kluncker, zu der Zeit Chef der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), begann die Amtszeit von Ernst Breit vor genau acht Jahren.

Verfahren beschleunigt

Im Februar 1984, unser Ausreiseantrag lief gerade zwei Jahre, standen eines Morgens um sieben Uhr zwei Beamte vom Staatssicherheitsdienst in Zivil vor unserer Tür und forderten uns auf, mit ihnen zu fahren; es gehe um unser „Ausreise-Begehren“.

Fernseh- Vorschau: Jamesbondchen

Was soll ich denn im Westen, ich kann doch nur Staatssicherheit!" – dieser Satz einer Stasi-Majorin fällt gegen Ende des Films, als alle Prinzipien, Ängste, Erwachsenen-Rollen rasant ins Rutschen kommen und man sich auf das Eigentliche besinnt, die rein privaten Zu- und Abneigungen.

Der Fall John

Wie der erste Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz am 20. Juli 1954 in die Hände der Russen fiel

Der Stasi liest mit

Drei Redakteure der ZEIT reisten Anfang 1964 in die DDR und veröffentlichten damals den ersten umfassenden Bericht über den anderen deutschen Staat: „Reise in ein fernes Land.