: Sybil Gräfin Schönfeldt

K N I G G E : Pro Großmutter

Wer in der Hauptstadt etwas werden will, braucht Etikette. Zwei Frauen haben nun aufgeschrieben, was sich gehört. Die eine, Sybil Gräfin Schönfeld, könnte die Großmutter der anderen, Ariane Sommer, sein. Übrigens beziehen sich beide Frauen gern auf ihre Großmütter. Nichts schlimmer, als wie eine erziehende Mutter zu wirken

Allerlei Phantastisches

Shaffer ist der letzte, der an dem Geheimnis teilnehmen darf, schließlich ist er ein Erwachsener; Oliver aber war der erste.

Bewährtes bewährt sich erneut

Die Abenteuer in diesem Buch sind so aufzufassen, als hätten sie sich während eines der drei Besuche von Mary Poppins bei der Familie Banks zugetragen.

Dichter für Kinder

Man lasse Dichter für die Jugend schreiben!“, das ist ein in den letzten Jahren oft zitiertes Geheimrezept derer, die sagen: „Die ganze Misere der Kinderbücher, die ganze entsetzliche Durchschnittlichkeit ist nur eine Folge davon, daß die deutschen Jugendbücher nur von deutschen Jugendschriftstellern fabriziert werden.

VON ZEIT-MITARBEITERN

Sybil Gräfin Schönfeldt: „Mutti, was soll ich lesen?“ – Das Buch in der Erziehung unserer Kinder. In dem Maße, in dem sich der Gedanke der Vorschulerziehung durchsetzt, in dem bejaht wird, daß Erziehungfähigkeit und -kapazität der Familie motiviert und gestärkt werden müssen, rückt die Kinderliteratur von einem Platz unter anderen Spielsachen an die erste Stelle der Medien, mit deren Hilfe Intelligenz und Kreativität des Kindes von Anfang an und gleichermaßen angeregt und gefördert werden können.

Röcke als Kapuzen

Es ist Abend, früher Abend, und der Ort ist der Josefsplatz in Wien. Das heißt: ein leuchtender Himmel aus dunklem Blau spannt sich wie ein Zeltdach aus Seide über eines der schönsten Barockgevierte der Stadt.

Prozedur in Rosa

Eigentlich wollte ich zu Antoine. Aber meine Schwägerin runzelte die Stirn, überlegte, telephonierte, und dann verkündete sie: Also, zu Antoine geht niemand mehr.

Das Gespenst am Nachmittag

Das Fernsehen hat die Kinder entdeckt. Das ist keineswegs aus Liebe zu den Kindern geschehen oder aus Rücksicht auf den künftigen Seh-Kunden.

KRITIK IN KÜRZE

„Wegelagerer“, von Horst Bastian. Das ist ein fast schon historischer Roman: Die Abenteuer eines 14jährigen Jungen, Kriegswaise, der ein Baby aus einem einstürzenden Haus rettet und mit dem kleinen Mädchen durch jene heutigen Jugendlichen nur durch die Analogie mit Vietnam und Kambodscha vorstellbare Nachkriegslandschaft zieht.

Rußlands unbegreifliche Seele

Jede Nation hat mit den Vorurteilen zu leben, die ihr die Nachbarnationen anzuheften belieben. So galten die Russen in der bürgerlichen Schicht der westlichen Welt eine Zeitlang als die Unbegreiflichen.

Sybil Gräfin Schönfeldt: Ich war Arbeitsmaid

Vor zehn Jahren, 1975, kündigte Rudolf Walter Leonhardt in dieser Zeitung eine Serie zur „Deutschen Zeitenwende 1945“ an und schrieb selbst den Artikel „Als Deutschland ein Straflager war“.

Von ZEIT-Mitarbeitern

„Blickwechsel“ – Moderne Erzählungen, herausgegeben von Sybil Gräfin Schönfeldt. „Die Frau“ – das wird heute nicht mehr als Gattungsbegriff für zahllose individuelle Spielarten weiblicher Existenz verstanden, sondern als Diskussionsthema, als Reizwort, als zwanghafter Auslöser bedingter Argumentationsreflexe.

Disteln, die nicht weh tun

Wer bin ich? Das ist, wie man noch in der Schule lernt, eine Grundfrage der Philosophie. „Erkenne dich selbst!“ galt es vom klassischen Altertum zumindest bis in die humanistischen Gymnasien unserer Väter, und es wurde angenommen, daß man – recht erzogen – etwas Rechtes zu erkennen hatte.

Kinderbücher und ihre Händler

Buchhändler“, sagt ein Kinderbuchverleger, „kaufen nur, was sich verkaufen läßt. Experimente werden kaum noch gemacht. Sie nehmen lieber eine Partie von einem gängigen Buch als eine gemischte Sortierung.

Sie reden niemals von Rummel

Kein Schaustellerwagen wird mehr von struppigen Pferdchen gezogen. Die meisten Wagen dieser Art sind teurer (bis zu 100 000 Mark), größer (bis zu zwölf Meter lang) und komfortabler (mit WC, Zentralheizung und Klappveranda) als die Campingwohnwagen, und trotzdem: „Für die Schausteller ist es schon lange nicht mehr romantisch, im Wohnwagen zu leben; aber für das Publikum sind wir immer noch der Inbegriff der Romantik.

Geprügelt, überfüttert, verlassen, überfahren: Deutsche Kinder

Zwanzig von hundert deutschen Schulkindern sind überernährt. In Bayern gibt es schon Sanatorien für Kinder, in denen sich zehn- bis vierzehnjährige Volksschüler bei 900 kcal/Tag (Richtsatz für normale Zehn- bis Vierzehnjährige: um 2000 kcal/Tag) das lebensgefährliche Fett abhungern und -turnen müssen.

Die nahen Anverwandten

Lady Janet Seidon ist der Mittelpunkt einer Familie, die so die Vorstellung von „typisch englisch“ trifft, daß sie zur Sippe der Forsythes gehören könnte.

Von glücklichen Karnickeln

Niemand hatte das Manuskript des assistant secretary aus dem englischen Amt für Umweltschutz haben wollen, an dem er fünf Jahre lang Abend für Abend geschrieben hatte.