: Thomas Pynchon

© Sony
Serie: Tonträger

Pop-Neuerscheinungen: Keine Lieder über Liebe

Die Winterflaute ist vorüber, jetzt erscheinen die spannenden Alben: Neue Tonträger von Bloc Party, Sia, Get Well Soon, Turbostaat und SSIO in unserer Musikkolumne.

Serie: Kanon des jungen Jahrhunderts

Jonathan Franzen: Der analoge Triumph

Welche Literatur hat unser junges Jahrhundert geprägt? Der 15-teilige ZEIT-Kanon versammelt die wichtigsten Romane. Teil 1: "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen

© FOX/Getty Images

Die Simpsons: Sisyphos in Springfield

Vor 25 Jahren lief die erste Folge der "Simpsons". Die Serie ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie sich an der Tragödie des Menschen im Spätkapitalismus weidet.

R O M A N : Gepantschter Pynchon

Steffen Kopetzky investiert all seine erzählerische Energie ins Textmanagement und produziert aus dröger Verlautbarungsprosa einen hohlen Roman

R O M A N : Willkommen in der Zukunft

E. L. Doctorow besichtigt die Ruine Mensch im Zustand der Gottverlassenheit: "City of God": Der Roman beginnt mit der Urknalltheorie und endet mit einer klassisch negativen Utopie: die Metropole verseucht, der Mensch zum Kriminellen verkommen, die Enklaven der Wohlhabenden verbarrikadiert. Letzte Zukunftshoffnung liegt im Totalitarismus.

Literatur: Es lebe der Roman!

In diesem Bücherherbst wurde der Roman für tot erklärt. Die Zeit der Fiktion sei vorbei. Aber was wäre der Mensch, könnte er sich nicht neu erfinden? Von Andreas Schäfer

BÜCHER-BESTENLISTE

Die Jury: Hans Bender (Köln), Sibylle Cramer (Aachen), Jörg Drews (Bielefeld), Elisabeth Endres (München), Friederike Fecht (Baden-Baden), Franz Josef Görtz (Frankfurt), Peter Hamm (München), Hanno Helbling (Zürich), Agnes Hüfner (Düsseldorf), Wolfgang Ignée (Stuttgart), Kurt Kahl (Wien), Horst Köpke (Frankfurt), Alfred Kolleritsch (Graz), Peter Laemmle (München), Giesela Lindemann (Hannover), Sigrid Löffler (Wien), W.

Aus dem Inhalt

9 Geschichten der Literatur der Bundesrepublik: „Weltliteratur des 20.......................................................

Das Lesen – ein Spiel

Jetzt will ich es aber wissen, endgültig. Deshalb muß ich es schriftlich fixieren. Weil sich sonst doch wieder alles in Luft auflösen könnte.

Eine unendliche Schnurre

Er gilt als die literarische Entdeckung Amerikas, ein ganzer Chor jubelnder Kritikerstimmen von Village Voice bis Los Angeles Times vergleicht ihn mit John Barth, Thomas Pynchon oder Fellini, und er selber erhofft zumindest soviel Ruhm, daß sein unaussprechlicher zweiter Vorname von jedermann gekannt wird: T.

Die Kolonien im All: Memoiren aus dem zweiten Leben

Ihn interessiere nur die „verbalisierte, wiedererzählte Fassung meines Lebens, nicht das ursprüngliche Ereignis“, so hat Raymond Federman in einem aufschlußreichen Interview erklärt (nachzulesen im Heft 31 der Literaturzeitschrift Schreibheft).

Im Reich der Sinne“ und „Die Geschichte der Don Quixote“ – unzusammenhängend, plagiiert, abartig oder witzig, pointiert, gescheit?: Eine Kannibalin aus Amerika

Kathy Acker, 42, stammt aus den Vereinigten Staaten. Dort hat sie Philosophie studiert, war eine Zeitlang verheiratet, hat am San Francisco Art Institute unterrichtet, in der 42nd Street in New York in Sex-Shows gearbeitet, sich in der Feminist Anti-Censorship Task Force gegen Andrea Dworkin engagiert und seit den frühen siebziger Jahren in sogenannten Untergrund-Verlagen, später mit wachsendem Erfolg in „richtigen“ publiziert und Performance-Lesungen abgehalten.

Ein Abenteurer der Literatur

Jürg Laederach in Theorie und Praxis: die Grazer Vorlesungen und der Prosaband „Vor Schrecken starr“

Der Große Unbekannte

Kinder, die in verrosteten Waschmaschinen hausen; ein Geheimagent, der sich stolz als beseelter Automat entpuppt; Jazz- und Rock-Subkulturen, die, 24 Stunden am Tag bekifft, in Geheimgängen unter gigantischen Müllhalden leben; ein amerikanischer Sergeant, der immer dann stramme Erektionen bekommt, wenn die Nazis V-2-Raketen nach England in Marsch setzen; Feste und Partys, die zwingend bis zwanghaft zu Orgien ausarten; ein Kampfflugzeug, das mit Cremetörtchen abgeschossen wird; Verfolgungsjagden wie bei Tom & Jerry oder Roadrunner, aber nicht durchs Fantasy-Land des Zeichentrickfilms, sondern durchs besetzte Nachkriegsdeutschland; ein erotomanischer Schönheitschirurg, der seiner Patientin das Lustzentrum in die Nase verpflanzt; eine Tänzerin der Jahrhundertwende, die mit einer mechanischen Puppe masturbiert – die Apokalypse als Slapstick, der Weltlauf als Comicstrip für Erwachsene, messerscharf ausbalanciert zwischen Grauen und hysterischem Gelächter.