: Thornton Wilder

Z E I T G E S C H I C H T E : Der amerikanische Albtraum

Jene berühmte Farce, in der Bertolt Brecht die Inquisitoren der McCarthy-Ära narrte, sich als Nichtkommunist und sein Werk als nichtkommunistisch deklarierte - am Tage nach seinem Verhör verließ er die USA -, ist Dokument der Lächerlichkeit und Bedrohlichkeit zugleich. Wie übrigens die gesamte "Akte Brecht" des FBI, die dieser Tage freigegeben wurde:

L I T E R A T U R : Gerühmt und unbekannt

Er hat den Rang von James Joyce und Robert Musil, er beeinflusste Elias Canetti und Michel Foucault. Aber wer liest Hermann Broch? - Auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod ist Brochs Werk noch zu wenig bekannt

Gerühmt und unbekannt

Er hat den Rang von James Joyce und Robert Musil, er beeinflusste Elias Canetti und Michel Foucault. Aber wer liest Hermann Broch?

Der amerikanische Albtraum

Das FBI hat seine Brecht-Akte freigegeben: Eine Erinnerung an McCarthys Hexenjagd auf Intellektuelle

VON VIERZIG JAHREN: Das Goethe-Haus steht wieder

Thornton Wilder hat soeben die Tantiemen aus der Dramatisierung seines Romans "The Bridge of St. Luis Rey" dem Freien Deutschen Hochstift für den Aufbau des Goethe-Hauses überwiesen.

HANS SAHL: IN AMERIKA

New Yorker Einsamkeit, mißlungene Heimkehr, Begegnung mit Thornton Wilder – Szenen aus dem "Exil im Exil"

Berlin ist tot, es lebe Berlin!

Namenlose Sprecher bisher unbekannter Gruppierungen bringen nicht nur die Gedanken und Gefühle der über Nacht erschienenen Massen angemessener zum Ausdruck, sondern auch die Einschätzung des Möglichen und des Notwendigen.

Anouilh oder Der romantische Traum

Jean Anouilh – das war der letzte Glanz einer Epoche. Ruhm, Beifall und wirkliche Liebe sind dem schmalen, melancholischen Mann mit der Nickelbrille dreißig Jahre lang aus den Zuschauerräumen Europas üppig entgegengetragen worden.

Warum ich trotzdem noch Lutheraner bin

Auf die Frage, warum ich Lutheraner bin, muß die erste Antwort ehrlicherweise lauten: Weil ich aus einer lutherischen Landschaft und Familie stamme.

Kritik in Kürze

"Sie schrieben mir oder was aus meinem Poesiealbum wurde", von Brigitte B. Fischer. Thornton Wilder dankt Gottfried und Brigitte Bermann-Fischer "für die schönen Blumen", die ihm das Verlegerpaar ins Hamburger Hotel geschickt hat.

Begegnungen

Der Zug, welcher mich zum erstenmal nach Rom brachte, war verspätet, überfüllt und kalt. Es hatte mehreres Halten auf offener Strecke gegeben, und um Mitternacht bewegten wir uns immer noch durch die Campagna langsam auf die schwachgefärbten Wolken zu, die über Rom hingen.

Ohne Fliege geht es nicht

Mit Künstlern tut sich der Orden schwer – "Wir wollen wissen, mit wem wir uns noch gut unterhalten können" (III. und Schluß)

Sie war die Mutter der Moderne

Es war nie ganz auszumachen, ob Gertrude Stein eine bedeutende Schriftstellerin oder eine hochinspirierte Närrin war. Vor die Untersuchung stellte sich die Legende.

Don Quijote aus USA

Im Alter von achtundsiebzig Jahren ist am 7. Dezember, einem Sonntag, ein Sonntagskind der Literatur gestorben: Thornton Wilder, Romancier, Dramatiker, Opernlibrettist, Übersetzer, Literaturprofessor, dreimaliger Pulitzer-Preisträger (1928, 1938, 1943), Ritter der Ehrenlegion, Mitglied des Ordens "Pour le Mérite" (1956), Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels (1957), der Frankfurter Goethe-Medaille (1959), der "Presidential Medal" (1963) – der höchsten Zivilauszeichnung der amerikanischen Regierung der "National Medal of Literature" (1965) und vieler Doktorhüte der Alten und der Neuen Welt.

Ein nicht zu frommer Schelm

Thornton Wilders neuer Held, Theophilus North, widmet sich nach seinem Studium zwei vergleichsweise beiläufigen Berufen: Er gibt Tennisstunden und liest gegen Honorar vor.