: Verstaatlichung

Energiepolitik: Gas als Sprengstoff

Während die politische Integration Südamerikas stockt, treibt Venezuela das Zusammenwachsen der Energiemärkte voran. Doch die geplante Verstaatlichung der bolivianischen Gasreserven zeigt: Auch hier gehen die Interessen auseinander.

Verstaatlichung der Nächstenliebe

Je prekärer die Finanzlage von Staat und Sozialversicherungen ist, desto mehr beunruhigt uns die Vorstellung, ein wesentlicher Teil der Mittel, die die Versichertengemeinschaft und die öffentlichen Hände für die soziale Sicherheit zur Verfügung stellen, könnte mißbräuchlich in Anspruch genommen werden.

Hoffen und Bangen

Im Februar sackten die Kurse an der Börse in Johannesburg. Grund: Nelson Mandela, der nach 26 Jahren Haft gerade entlassen worden war, hatte in einer Rede den ANC-Standpunkt der fünfziger Jahre vertreten: Verstaatlichung der Minen und Banken.

Vabanque in Lima

Die Frage ist natürlich müßig, auch nur rhetorisch gemeint. Denn das Datum ist bekannt: 16. November 1532. An diesem Tag richtet der Spanier Francisco Pizarro mit einer kleinen Schar gut bewaffneter Conquista in der Stadt Cajamarca ein blutiges Gemetzel an.

Bürokratie lindert keine Not

Die Verstaatlichung der Banken in Peru Mitte Oktober hat den Dichter Mario Vargas Llosa zu einer neuen Symbolfigur der Konservativen Perus gemacht.

US-Banken: Fehltritt oder Vorbild

Continental durfte nicht sterben! Darin sind sich selbst eingefleischte "Darwinisten" unter den amerikanischen Wirtschaftspolitikern einig.

Eltern auf der Straße

Die Massenkundgebungen gegen eine Verstaatlichung der (katholischen) Privatschulen in Frankreich haben ihren Zweck erfüllt: Die Regierung ist verunsichert, die Kirche kann jetzt aus einer Position der Stärke mit ihr verhandeln.

Keine Jobs für Spezis

Die Spitzenpositionen der verstaatlichten Unternehmen in Frankreich wurden mit erfahrenen Ökonomen besetzt

Gefährlicher Leerlauf

In diesen Tagen sollte in Frankreich die große Stunde der Verstaatlichung schlagen. Das Gesetz, vor Weihnachten verabschiedet, lag zur Veröffentlichung im Gesetzblatt bereit, der zuständige Minister hielt eine Liste mit den fünfzig Namen der künftigen Bosse des erweiterten Staatssektors bereit – doch der Verfassungsrat machte der Regierung einen Strich durch die Rechnung, Das Tauziehen um die Nationalisierung in Industrie und Bankwesen fängt noch einmal von vorne an.

Kater nach dem Rausch

Zwei Nackenschläge auf einmal mußte François Mitterrand einstecken: Erst stoppte der Verfassungsrat die Verstaatlichung von Banken und Industriekonzernen, weil wesentliche Regelungen nicht mit der Verfassung zu vereinbaren seien; dann fielen bei Nachwahlen drei sozialistische Wahlkreise an die konservative Opposition.

Frankreich: Trauer in der Rue Laffitte

Adieu Rothschild." Was die regierungstreue Pariser Zeitung Le Monde unter dieser Schlagzeile vergangene Woche ihren Lesern auf der Titelseite präsentierte, war kein journalistischer Abgesang auf das Symbol des französischen Kapitalismus.

Italien: Privatisierung

Italiens Sozialisten haben als Regierungspartnerder Christdemokraten beschlossen, eine schon fast vollzogene Verstaatlichung rückgängig zu machen.

Am Pranger der Gesellschaft

Heute empfinden es die Vertreter der privaten Banken nicht mehr als Blöße, wenn sie zugeben, daß sie Macht haben. Warum auch? Macht an sich ist nichts Schlimmes.

Verstaatlichung: "Diebstahl wird legalisiert"

Am Ufer des Clyde unweit von Glasgow liegt ein Supertanker im Rohbau auf der Helling der Werft Scott Lithgow. Die Arbeit ruht seit dem letzten Sommer, als der Auftraggeber Maritime Fruit Carriers den Bau nicht mehr finanzieren konnte.

Bayernwerk: Ein schwacher Riese

Niemand wundert sich noch, wenn Gewerkschaften die Verstaatlichung von Unternehmen fordern. So darf man dann wohl erstaunt sein, wenn ein DGB-Funktionär in aller Öffentlichkeit den Vorschlag macht, eine Gesellschaft in Staatsbesitz so umzustrukturieren, daß daran auch privates Kapital beteiligt wird.

BUCH DER WOCHE

Wenn ein wissenschaftlicher Referent im Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut des Deutschen Gewerkschaftsbundes in einer kritischen Analyse der Mängel unseres Bank- und Kreditsystems zu dem Ergebnis kommt, daß eine Verstaatlichung der privaten Banken zur Zeit die anstehenden Probleme auch nicht annähernd lösen könne, horcht man auf und liest das Büchlein ganz.