: Volker Braun

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Ostdeutschland: Doppelt heimatlos?

Sind Ostdeutsche wie Migranten? Keine schlechte Idee, findet Angelika Nguyen. Aber auch innerhalb der DDR verlief eine Grenze: zwischen weißen und nicht-weißen Ossis.

DDR: Wo alles ins Schwanken gerät

Die Regierung beschwört das Chaos, die Opposition will stützen. Die Verunsicherung wächst. Immer mehr fordern die deutsche Einheit, weil sie anders keinen Ausweg sehen.

L I T E R A T U R : Entzweites Leben

Ein Porträt des Dichters Volker Braun, der in diesen Tagen den Büchner-Preis erhält. Braun selber hat sein Verfahren einmal "konspirativen Realismus" genannt. Das klingt griffig - aber es greift.

Das wehende Vakuum

Eindrücke von der DDR und der bitter-fröhlichen Beharrlichkeit ihrer Intellektuellen

DDR Ein Volk steht im Streß

Kunze: Hilf mir regieren, Mensch! Hinze: Laß man.-Ich steh so im Streß. Der kleine Dialog stammt aus dem 1985 erschienenen „Hinze-Kunze-Roman“ von Volker Braun, Schriftsteller in der DDR.

DDR

Trivialpoesie geht davon aus, daß jedes geschriebene oder ausgesprochene Wort wahr ist... Wenn man alles zitieren und sich auf alles berufen kann, dann muß es auch möglich sein, nichts zu zitieren und sich auf nichts zu berufen.

Das Gespräch

Als ich am 6. 8. 1980 das Büro für Urheberrechte betrat – in einem Hinterhof gelegen, die Hofmauer mit einem Schild behängt und von Stacheldraht gekrönt –, als ich die Treppen zum zweiten Stock hinaufging und nach dem vorschriftsmäßigen Klingeln von einer Dame empfangen und aus dem Vorraum in ein nahegelegenes Zimmer geleitet wurde, in dem mich Herr Kubilus grüßte – wie immer außerordentlich freundlich und mit routiniert herzlichem Lächeln als er sofort sein Zimmer verließ, um mit mir einen Flur abzuschreiten, der eine größere Zahl von Türen verband und so verriet, daß dieses Büro über mehr Mitarbeiter verfügte, als ich vermutet hatte, als ich mich also der Tür des Chefs näherte, sah ich überall Scheuerlappen.

Wird der Sozialismus galant?

Ein Roman mit regem Transitverkehr zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Leser verwandeln sich in Romanfiguren, Romanfiguren kehren dem Buch den Rücken und lassen sich in der Wirklichkeit nieder.

Gespräch über die Mauer hinweg

Wer lange nicht gesprochen hat, räuspert sich. Das Eigengeräusch literaturpolemischenHustens überdeckt noch ein mögliches Gespräch zwischen Autoren oder Kritikern aus DDR und Bundesrepublik Deutschland.

Deutsche Symbole

1. Da bin ich sicher: „Republik Deutschland“ sollten wir uns nennen, einen neuen Namen für den neuen Anfang wählen, einen Namen, der nicht nur ausdrückt, wer wir sind, sondern auch, was wir sein wollen.

Ich weiß, daß wir keine Chance haben

Fritz J. Raddatz: Herr Minister Keller, Sie haben mal gesagt: "Sozialistische Kultur will ich nicht verkünden, aber auf den Traditionen der großen bürgerlichen Kultur haben wir hier doch ein Konzept sozialistischer Kultur.

BUCH IM GESPRÄCH: Gibt es nicht etwas Moderneres?

Ein eigener, lebensfähiger Staat steht nicht mehr zur Diskussion, wenn die Bürger der DDR am 18. März erstmals seit Jahrzehnten aus einem pluralistischen Parteienangebot auswählen und über ihre Zukunft entscheiden sollen.

Strich durch die Rechnung

Volker Braun hat seine Schublade geöffnet, in der sich in den letzten Jahren offenbar einiges gesammelt hat, das er entweder nicht veröffentlichen wollte oder konnte.