: Volker Hage

Achterbahnfahrt des Geistes

Zwei Herren setzen sich, bei dreiunddreißig Grad Hitze, am Pariser Boulevard Bourdon zur selben Zeit auf eine Bank. Sie kommen ins Gespräch und machen sich miteinander bekannt: Monsieur Bouvard, Monsieur Pécuchet.

Ruinen, Späher, Panzerfäuste

Welch ein Ausblick! Vor dem Fenster: der Neckar mit seinen Schiffen und Brücken – und direkt gegenüber, auf dem Berghang, das Schloß, die bekannte Ruine.

Roman einer Eifersucht

Graham Hendrick, verheiratet, Historiker, ist in Fragen der Moral etwas altmodisch – anders als sein Freund, der Schriftsteller Jack Lupton.

Mein Name sei Ovid

Verlorengehen: am Ende der Welt, in den Schrecken des Eises und der Finsternis, fernab aller Zivilisation. Verlorengehen: in der Verbannung, im Laufe der Zeiten, für die Nachwelt.

Der amerikanische Romancier Philip Roth entwirft zwei, drei, viele „Gegenleben“: Ich bin ein Theater

Aus und vorbei. Dreißig Jahre hat Philip Roth ordentliche Geschichten geschrieben, Romane und Erzählungen: Geschichten, die Anfang und Ende haben, gespickt mit wunderbaren, leicht hingeworfenen, ausführlichen Dialogen, bevölkert von amerikanischen Juden und anderen Ruhelosen, die sich um ihre Herkunft, Identität, Männlichkeit, Potenz und Kreativität quälende Sorgen machen.

Der Mensch ist eingegraben

Kein leichtes Unterfangen: Alltag literarisch zu bewältigen, den banalen Alltag ohne Extremsituation, ohne ferne Länder, fremde Sitten, den Alltag als Automatismus, mithin als etwas, das leicht und undramatisch dahinfließt, das kaum festzuhalten ist – weil man es gar nicht mehr wahrnimmt.

Der alte Krieg

Die Stimmung war prächtig. Männergeburtstag! Die Redakteure – und in der Politikredaktion dieser seriösen Tageszeitung gab es nur Redakteure – hatten gesammelt, ja, auch bei der Volontärin, kein junges Ding mehr, doch von den Herren häufig Mädel genannt.

Kein schöner Thema weit und breit

Christoph Hein, Stefan Heym und Christa Wolf, Günter Grass und Martin Walser: Schriftsteller in Ost und West bündeln ihre Aufsätze, Reden und Gespräche zur deutschen Frage

Ein Fall von Philisterei

Ist Walter Kempowski ein Plagiator? Der Vorwurf fällt auf die zurück, die ihn erhoben haben Viel Lärm um nichts – aber ein Lehrstück aus der Medienwelt, den Umgang mit Literatur betreffend

Man kann die Schule interessanter machen

Das folgende Interview übernehmen wir von „hertz buben“, der Schülerzeitung der Heinrich-Hertz-Schule. Der nicht eben übliche Vorgang erklärt sich so: Dieses Hamburger Gymnasium für Jungen und Mädchen hat, unter der Chefredaktion von Volker Hage (der auch das Interview gemacht hat), sich eine Zeitung geschaffen, die sich sehen lassen kann.

Was ist los mit der deutschen Literatur?: Im Schatten des Lebens

Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Es gibt Lyrik und Prosa auf höchstem Niveau, expressionistischen Furor, dadaistische Verve und klassizistische Formlust im Gedicht, den groß dimensionierten historischen, den intellektuell ausschweifenden experimentierfreudigen Roman, die spannende Erzählung, die genaue Beobachtungsprosa und den zündenden Aphorismus.

Kunstvolle Prosa

Ihr ist nichts vorzuwerfen. Sie hat nie ein Amt bekleidet, sie hat sich nie danach gedrängt, in einem Verband den Vorsitz zu führen, sie hat sich nicht einmal um die Rolle beworben, die Grand Lady der Literatur zu werden.

Draußen vor der Tür

Krach bei Luchterhand: Was wird aus einem profilierten literarischen Verlag und seinen Autoren?

Drüben bleiben?

Die DDR – immer noch eine Heimat für Literaten? Wie viele Enttäuschungen, Einsprüche und Kürzungen kann ein Autor, der sich treu bleiben will, ertragen? Da läßt sich leicht fordern, im anderen Deutschland müsse ein Schriftsteller bei einiger Selbstachtung längst mit der Partei gebrochen, am besten dem Staat ade gesagt haben.

Ein Außenseiter macht das Rennen: Mit der Arche auf hoher See

Es war vor einer Woche im Steigenberger Airport-Hotel am Frankfurter Flughafen. Bevor Günter Grass für drei Wochen nach Portugal fuhr, verabschiedete er sich gut gelaunt von zwei jungen Frauen mit den Worten: „Haben Sie denn nun ein wenig Herzklopfen?“ Die beiden, Elisabeth Raabe und Regina Vitali, nickten.

Unser strahlender Himmel

„Die Dimension des Autors“: Christa Wolfs Aufsätze, Gespräche, Selbstkommentare – und die Tschernobyl-Erzählung „Störfall“

Sex unter der Hirnschale

„Das Gottesprogramm“: John Updikes Roman über die Religion, den Computer und Liebe im Aids-Zeitalter