: Volker Kriegel

Jazz: Für Testaufnahmen in den Schwarzwald

In den stromlosen Wintern des 19. Jahrhunderts war der Schwarzwald vor allem schwarz. Bis in den fünfziger Jahren das erste deutsche Jazzlabel von Weltrang entstand.

Serie: Finis

Finis: Das Letzte

Unser Kolumnist über ein großes Werk der Weihnachtsliteratur: "Erna, der Baum nadelt".

Die neue Schallplatte

Jazz oder Pop oder etwas ganz anderes, egal: es ist eine meist leise, schwebende, sublim folkloristische, eine faszinierende und auf eigenartige Weise spannende Kammerjazzmusik mit Flöte, elektrischem Klavier, Schlagzeug, Baß.

Die neue Schallplatte

The United Jazz + Rock Ensemble: „United Live Opus Sechs“. Welche Kraft das hat! Die Bigband-Takte gleich zu Anfang haben nichts mit den netten Radio-Bands zu tun, da wird nicht geschmunzelt, sondern zugebissen.

Die neue Schallplatte

George Thorogood and the Destroyers: "Move It On Over". Ich glaube, daß dieser 27 Jahre alte George Thorogood aus Wilmington/Delaware de komplette Geschichte des Blues und des Rhythm and Blues neu einspielen und zunächst einmal ein dreißig-LP-Set herausbringen könnte, auf dem all die heute kaum noch erhältlichen Klassiker von Blind Blake, Lonnie Johnson, Blind Boy Fuller, Robert Johnson und anderen frühen Meistern dieses Stils wieder zu hören sind.

Goigoi

Was ist ein Goigoi? Ein weiches, rotes, allerliebstes Liebhabetuch zum Streicheln und Schmeicheln. Und es gehört Lea. Es ist das einzige, was sie hat.

Der Dixieland ist ivieder in Mode: Ein Abklatsch von Vitalität

Man kann der Meinung sein, Dixieland sei nichts anderes als die akustische Kulisse stärkeren Bierkonsums; man kann die zickige Fröhlichkeit, die kleinkarierten Witzchen, diesen ganzen krampfigen Humor peinlich oder ärgerlich finden; man kann die ausgeleierten Klischees von „lustig“ und „traurig“, die ewig gleichen Phrasen fad und langweilig finden; man kann sich an den Kopf fassen über die stupide Naivität, mit der manche Sänger immer noch den heiseren Gesang Louis Armstrongs nachmachen, ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, daß sie damit nicht nur eine miese Karikatur von Vitalität und Originalität abgeben, sondern – unbewußt natürlich – obendrein ein Schlimmes Onkel-Tom-Image verewigen, ein Bild vom Neger, das der gesellschaftlichen Situation von heute grotesk widerspricht.

Die neue Schallplatte

Volker Kriegel: „Journal.“ Es gibt kein Stück auf dieser Schallplatte, dem man seinen Komponisten nicht anhörte (und das man mit Worten leicht beweisen könnte): Es ist der eigenartige, heiter-melancholische Singsang auffallend schöner Melodien, die eine sehr persönlich gefärbte Harmonik nach sich ziehen; es sind die Finessen einer kleinteiligen, sehr ineinander verzahnten Rhythmik, die den Spielern viel Präzision abverlangt; es ist das ausgesuchte Arrangement origineller, durchsichtiger Klangfarben, die vor allem von Gitarren (darunter eine Sitar-Gitarre mit spitzen hallenden Tönen), den Vibra- und Marimbaphonen und dem feinfühlig gebrauchten Schlagwerk.

Schallplatte

Volker Kriegel: „Tropical Harvest“. Das ist, glaube ich, die schönste Jazzmusik, die in den letzten Monaten auf einer Schallplatte gemacht worden ist.

Geschichten und ein Märchen: Etüden eines Jazzgitarristen

Tja, was für ein Buch ist das nun? Wenn man es aufschlägt, zieht man die Ziehharmonika eines Ziehharmonikaspielers auf, dann liest man den Titel „Hallo und andere wahre Geschichten“ von Volker Kriege! (Verlag Sauerländer, Frankfurt, 1982; 150 S.

Büchertisch

Rezensionen von ZEIT-Literaturredakteuren

Wehwehweh.dot.flop

Fliegen! Ein Elch namens Olaf will nach oben und erlebt dabei sein blaues Wunder

Schallplatten

So spannenden Jazz habe ich selten gehört: der Rhythmus von erstaunlicher Gewandtheit, das Stimmengeflecht von bemerkenswerter polyphoner Dichte, die Instrumentation (mit Gitarre, Geige, Celli, Flöte, Saxophon und anderen) schon beinahe bunt, und obendrein glaubt man herauszuhören, daß es dem Sextett Spaß gemacht hat.