: Wackersdorf

Büttel der Polizei?

Euch müßte man die Fresse einschlagen!" so pöbelten Zuschauer im Gerichtssaal ein Kamerateam des ZDF an, das zur Zeugenvernehmung in einem Brokdorf-Prozeß vor dem Landgericht Itzehoe geladen war: Die beiden Angeklagten waren durch Pressephotos, die die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt hatte, identifiziert worden.

Bayern rüstet auf: Neue Polizei

Sie tragen Polizeigrün, jeder hat ein Funkgerät. Ein Knüppel ist dabei, dazu die Polizeipistole Walther PPK mit Zusatzmagazin.

WAA Wackersdorf: Ein halber Sieg

Durch den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) bei Wackersdorf hat in der Bevölkerung der Oberpfalz so manches argen Schaden genommen: Das Vertrauen in die Polizei etwa, der überzogene Einsätze, unter anderem mit dem Kampfstoff CS-Gas, zur Last gelegt werden.

Musik durch den Feldstecher

Die Luft ist lau, es riecht nach frischem Gras. Zuweilen wehen Duftschwaden von der Pizzabude und vom Waffelbäcker herüber. Auf der Open-air-Bühne im Leverkusener Wuppermann-Park rockt gutgelaunt Herbert Grönemeyer vor 7000 Fans: "Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist, wenn sie ihr in den Magen fährt.

Atomenergie: Gorleben in Bayern

Im östlichen Bayern wogt seit drei Wochen der Streit um ein Zehn-Milliarden-Projekt, das dieser strukturschwachen Region zu einem wirtschaftlichen Aufschwung ohnegleichen verhelfen könnte, das vielen Bürgern aber Angst einjagt: eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken.

Kernenergie: Vorsicht: Falle

Es handelt sich um eines der meist umworbenen Projekte der deutschen Industriegeschichte: die geplante Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe.

Ab in die Wüste

Vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben hatte eine Journalistin Klaus Barthelt in Verlegenheit gebracht – und der seit fünfzehn Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende der Kraftwerk Union (KWU), des größten deutschen Kernkraftwerkbauers, hatte es nicht einmal gemerkt.

Deutsche Mauern und Zäune

Aus großer Höhe betrachtet: ins Bild gerückt von Spezialkameras, sieht unser Land wie eine verkrebste Hautregion aus. Pusteln, Warzen, Knoten und Wülste, wohin immer man blickt.

Studenten ’87: Und sie bewegen sich doch!

K eine Frage, daß rebellischer Geist das Herz des linken Professors schneller schlagen läßt. Das Stück aber, dem der Berliner Politologe Elmar Altvater kürzlich im Otto-Suhr-Institut der Freien Universität beiwohnen mußte, kann ihn höchstens gerührt haben.

Atommüll: Die Wüste lockt

Das deutsche Konzept für die Entsorgung von Kernkraftwerken ist bisher nur eine Fiktion

Deutscher Ärztetag: Sie wollen keine Chefs mehr

Jetzt hat das Wort der Herr Kollege Jäckle aus Bayern!“ sagt ermunternd der Vorsitzende. Der Herr Kollege steht schon ein paar Meter entfernt am Mikrophon der nagelneuen Karlsruher Kongreß-Anlage.

Rolle rückwärts

Garniert mit Phototermin und Pressekonfe- renz, haben der deutsche Umweltminister Klaus Töpfer und der französische Industrieminister Roger Fauroux nun amtlich Vollzug gemeldet, worüber schon seit Wochen Klarheit herrscht: Abgebrannter Kernbrennstoff aus deutschen Atomkraftwerken wird künftig in Frankreich aufbereitet (siehe Seite 32).

Bonn unter Strom

Die Bundesregierung läßt sich von der Wirtschaft die Energiepolitik diktieren

Wackersdorf: „Gefährlich und unnütz“

Wird die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf zum neuen Kristallisationspunkt der Atomkraftgegner? Helmut Hirsch, Physiker in Hannover und 1979 einer der prominentesten Kritiker der geplanten Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben, faßt die Gründe zusammen, die gegen das Projekt sprechen.

WAA Wackersdorf: Die Ohnmacht schlägt durch

Dienstag, 10. Dezember 1985. Heute morgen hat der 22. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in München entschieden: keine einstweilige Anordnung gegen den Bebauungsplan "Westlicher Taxöldener Forst".

Wunder im Wald

Was wäre wohl geschehen, wenn in Bayern vor einem Jahr die ewige Oppositionspartei SPD den Vorschlag gemacht hätte, statt des umstrittenen Milliardenprojekts Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) eine Fabrik für Autoteile in Wackersdorf zu errichten? Was wäre passiert, wenn die Grünen im Bayerischen Landtag gefordert hätten, Solarzellen statt einer WAA zu bauen und im Zweifelsfalle lieber Küchenmaschinen im Taxöldner Forst herzustellen als dort abgebrannte Brennelemente aus Atomkraftwerken zu zersägen und wiederaufzuarbeiten.

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