: Walter Abendroth

Koeppen und Abendroth

Die 1950 von Friedrich Märker, dem Präsidenten des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller, begründete "Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.

Ludwig Thoma heute

Auch ohne hundertsten Geburtstag, ohne besonderen Anlaß überhaupt bestehen Gründe genug, nicht nur das Andenken, sondern das Lebenswerk eines Mannes zu pflegen, der eigentlich nie aufgehört hat, aktuell zu sein; Denn zu keiner Zeit noch gab es Überfluß an Dichtern, die sich ihre Poesie nicht abzuquälen, brauchen, Schriftstellern, die etwas Eigenes zu sagen haben und es in klarer eigener Sprache zu sagen wissen, und kritischen Geistern, die ihre Attacken nicht möglichst auf der Linie des geringsten Widerstandes ansetzen.

Als Prinz von Theben

Was ihrer Anerkennung seitens der akkreditierten literarischen Welt im ersten Drittel unseres Jahrhunderts im Wege stand, war Else Lasker-Schülers scheinbar enge Verbundenheit mit jenen künstlerischen Tendenzen ihrer Zeit, deren ihr befreundete Vertreter bewußte militante Kulturpolitiker waren.

Apropos Plauderei

Plaudern ist etwas Schönes, und auch ein Buch im Plauderton kann seinen Reiz haben – obwohl eine Schreibe keine Rede ist und geschrieben oder gar gedruckt leicht läppisch wirkt, was gesprochen noch als neckisch hingenommen werden mag.

Den bedeutendsten Sammlungen entliehen

Im Münchner "Haus der Kunst" hat es so manche Ausstellung gegeben, die der Besucher kaum bewältigen konnte, da sie nach dem Grundsatz "Die Masse kann man nur mit Masse zwingen" aufgebaut zu sein schien.

Das Große im Kleinen

Es gibt in der Literatur, wie im kulturellen Leben überhaupt, Erscheinungen, die, obwohl sie niemals Sensation gemacht haben, doch ihre Zeit unbemessen überdauern, immer im stillen weiterwirken, immer eine Gemeinde von Kennern um sich zu versammeln vermögen und somit immer eine gewisse Aktualität behalten.

Briefe eines Unabhängigen

Daß Briefschreiben als Kunst längst aus der Mode gekommen ist und, sofern es hier und da doch gelegentlich noch vorkommt, sich zweifellos anachronistisch ausnimmt, ist schon oft genug festgestellt worden.

Ermutigung zum Porträt

Während es im allgemeinen heute üblich ist, zu propagieren, was ohnehin im Schwange und mithin das Alltägliche ist, hatte die Bayerische Akademie der Schönen Künste" den lobenswerten Einfall, einen "Wettbewerb zur Förderung der Bildniskunst" auszuschreiben.

Vivisektion des Schlagers

Niemand, so wird heute üblicherweise gesagt, könne sich dem Schlager entziehen. Jedem dränge er sich auf, gewünscht oder ungewünscht, niemand könne ihn ignorieren.

Für Besorgnis kein Grund

So ein Festspielsommer kann dem kritischen Beobachter Anlaß zu allerlei Betrachtungen geben, die bei flüchtigem Hinblick "weit hergeholt" erscheinen mögen, die indessen dennoch vielleicht näher an den Nerv der Wirklichkeit führen als die routinemäßige bloße Zensurenerteilung.

Die Musica Viva

Walter Abendroths Artikel über die Musica-Viva-Konzerte, in der ZEIT vom 15. Mai, hat – wie kaum anders zu erwarten war – viele Gegenstimmen laut werden lassen.

Wagner sollte man inszenieren

Bei den soeben beendeten Münchner Festspielen der Bayerischen Staatsoper hat es sich im wesentlichen um eine Überschau der bedeutendsten Neuinszenierungen der voraufgegangenen Saison und der unentbehrlichen Standardwerke des laufenden Repertoires gehandelt.

Das Alte aus Neu-Bayreuth

Ein undankbares Amt erfüllt, wer, mit allzu gründlicher Sachkenntnis belastet, Jahr für Jahr, jedesmal wieder vom besten Willen zu positiver Einstellung beseelt, nach Bayreuth fährt, bereit, sich überzeugen zu lassen, wo es nur möglich ist.

"Ich berufe mich auf mein Gewissen"

Es gibt Symptome, die viel eindringlicher zeigen, wie gründlich sich das Leben in den letzten Jahrzehnten verändert hat, als das selbst die gröbsten politischen und technischen Tatsachen zu veranschaulichen imstande sind.

Neu-Bayreuth und die Vorgänger

Die Schweizer Basilius Presse hatte eine Buchreihe "Theater unserer Zeit" mit einem Band über "Das Ärgernis Brecht" begonnen.

München ist noch kein Vorbild

Die Münchner Opernfestspiele 1962 laufen noch bis in den September hinein. Ihr Aufwand erscheint auf den ersten Blick erheblich.

Musik im Widerstreit: Und wo bleibt der Mensch?

In der Tat: jetzt sind wir an den Punkt gelangt, wo der Wortstreit sich auf eine gründliche Untersuchung der zur Debatte stehenden Begriffe nebst deren Illustration durch handgreifliche Sachnachweise einlassen müßte; das aber ginge weit über alles einer nicht fachlich spezialisierten Leserschaft Zumutbare hinaus.

Musik im Widerstreit: Die strenge Lehre und ein Wort Lessings

Wat is denn det nu wieda? – um im tröstlichen berlinischen Tone zu reden. Sind Se doch verninftig, Walter Abendroth! Wenn Se da schrei’m: "Ich rede mich, im Zeitalter der demokratischen Meinungsfreiheit, um Kopf und Kragen" – imma langsam mit die jungen Pferde! Tut Ihn’ doch keener wat! Könn’ hier doch schrei’m, wat Se un wie Se’s wollen! Wird jedruckt, nicht? Oder jlooben Se, det die Atonalitätsmenschen jejen Sie perseenlich werden? Wo die doch nach Ihre eijene Ansicht von Jott un’s jroße Publikum so total verlassen sind, det se ihr Unwesen abseits treiben müssen – in nächtliche Funk-Studios un uff jelenkte Verschwörungsfestiwells! Un wenn Se sollten sogar mal ssu weit jehen in Ihre Ausdrücke – macht doch nischt, Walter! Un wenn Se sollten noch eenmal von "Vollmusik" reden, so dat der Eindruck entstehn kennte, nu säße ick da mit meine atonale "Magermusik" – is’ ja nicht schlimm! Wird allet verkraftet!.

Siegfried im Tennisdress

Wenn ich mir erlaube, meine Bayreuther Eindrücke 1962 zum Gegenstand einer Generalabrechnung unter dem Motto "Wie ich es sehe" zu machen, so glaube ich mich dazu durch einigermaßen gründliche Wagner-Kenntnis und vieljährige intime Bayreuth-Erfahrung (seit 1924) autorisiert.

Nächste Seite