: Walter Jens

Solon:: Wider die Feigheit der Bürger

Zweitausendfünfhundert Jahre etwa sind diese vier Distichen alt. Sprechen sie uns darum weniger unmittelbar an als vormals jene Athener, denen sie zugedacht, waren? Zweitausendfünfhundert Jahre, und es wäre alles beim alten geblieben? Wo aber wären wir erst, wenn die Mahner im Hinblick auf die Zweifelhaftigkeit eines Erfolges immer geschwiegen hätten? – Die Verse sind dem Dünndruckband "Griechische Klassiker" entnommen, (Verlag Kurt Desch, München! 1150 Seiten, 16,80 DM); Walter Jens, poeta doctus, besorgte die Auswahl und schrieb das Nachwort, in dem sich Begeisterung und Gelehrsamkeit zum ehrfürchtigen Bekenntnis unserer Verpflichtung zusammenfinden: "Was wir sind, verdanken wir den Griechen.

Heinz Beckmann kontra Walter Jens

Durch einen H. B. gezeichneten Artikel im "Rheinischen Merkur" wurde ich endlich gezwungen, "Moderne Literatur und moderne Wirklichkeit" zu lesen, einen Vortrag, den – wie ich dem H.

Unser Seller-Teller April 1959

Als Überschrift wäre zu setzen: der Durchbruch von Lawrence Durrell – ein Durchbruch, an dem die literarische Kritik unserer Zeitungen ganz stark beteiligt war.

Hildesheimers Komödien

Im Schloßtheater von Celle: "Die Uhren" und "Der schiefe Turm von Pisa" / Von Johannes Jacobi

Mein Buch des Monats: Ein kurzweiliger Gelehrter

Vor einiger Zeit eröffneten wir eine "literarische Korrespondenz" mit Dresden, auf die uns der zuständige Redakteur der "Sächsischen Literaturzeitung" die Antwort leider schuldig geblieben ist.

Mein Buch des Monats: Das Bild des Tyrannen

Um es vorwegzunehmen: das Buch hat eine Auflage von 600 Exemplaren. Außerdem wendet es sich, wie man so zu sagen pflegt, in erster Linie an den Fachmann.

Mein Buch des Monats: Europäer Camus

Zur Person: Ein schmales, beinahe mönchisches, von Meditationen und unbarmherzigen Gedanken geprägtes Gesicht; die Augen träumerisch, in der Nähe beinahe blind, aber in der Ferne von stechender Schärfe, lichtgewohnte Augen, in denen der Glanz der afrikanischen Sonne ruht, Oran und die Wüste: wer gelernt hat, mit Horizonten zu rechnen, hält sich nicht beim Gegenständlichen auf.

Das Ende der Literaturgeschichte

Heute eine Literaturgeschichte zu schreiben, ist in dreifacher Hinsicht kühn: Einmal, weil es eine moderne große deutsche Literatur, die der Geschichtsschreibung würdig wäre, im Augenblick vielleicht gar nicht gibt; zum zweiten, weil wir die Weltliteratur um uns herum, nachdem wir sie zwar schon zwölf Jahre lang wieder zur Kenntnis genommen, aber zwölf Jahre lang zuvor von ihr abgeschlossen waren, noch immer nicht so gut kennen, wie manche ausländische Interpreten.

Funk für Anspruchsvolle: Ein Juwel aus Australien

Wo liegt Australien? Hinterm Mond? Aber hinterm Mond wird doch wohl auch gelebt? Und gedichtet? Sind wir im Begriffe, die alte Sträflingskolonie, die einen ganzen, noch recht wüsten Kontinent ihr eigen nennt, für die Literatur zu entdecken? Da gab es neuerdings einen australischen Vagabunden-Roman, der "Shiralee" heißt, und ganz kürzlich den "Sommer der siebzehnten Puppe", ein höchst lebendiges Bühnenstück.

Lyrik aus zweiter Hand

Härtling geht es um zeitgenössische Gedichte: Wilhelm Lehmann, Ingeborg Bachmann, Walter Höllerer, Helmut Heißenbüttel, Johannes Poethen, Günter Eich, Karl Krolow, Paul Celan sind mit je einem Gedicht vertreten, das Härtling dann genauer untersucht.

Mein Buch des Monats: Max Frisch und der homo faber

Das Wort hat hier – wie von jetzt an allmonatlich einmal – der Altphilologe, Kritiker und Schriftsteller Walter Jens. Jens, 1923 in Hamburg geboren und zur Zeit Professor in Tübingen, wurde (auch in England, den USA, Frankreich, Italien, Spanien, Holland, Argentinien und Japan) bekannt durch seine kritischen Studien: Antigone Interpretationen" (1952), "Die Stichomythie in der frühen griechischen Tragödie" (1955), "Hofmannsthal und die Griechen" (1955), "Statt einer Literaturgeschichte" (1957) und durch die Romane: "Nein – Die Welt der Angeklagten" (1950), "Der Blinde" (1951), "Vergessene Gesichter (1952), "Der Mann, der nicht alt werden wollte" (1955), "Das Testament d.

Funk für Anspruchsvolle

Tag will man (mit einer Verspätung von zwei ganzen Monaten!) beginnen. Da das Fernsehen dann genau sieben Jahre besteht, wird man keine Anfängerfehler anbieten dürfen.

Dichter und Antike

Über Hugo von Hofmannsthals Verhältnis zu den Griechen und über seine stofflich auf die Antike zurückgreifenden Werke gab es bisher nur eine Reihe von Aufsätzen und Einzelinterpretatio-’ nen, die zum Teil in nicht leicht erreichbaren Zeitschriften erschienen.

In Sachen Carlo Pedrini

Gleich der erste Roman des jungen Autors Walter Jens "Nein – Die Welt der Angeklagten" wurde in Deutschland und Frankreich im Jahre 1950 ein großer Erfolg.