: Waltraud Schoppe

Waltraud Schoppe: Orgasmus im Bundestag

Sexismus-Debatte? Mit ihrer Rede hat die Grüne Waltraud Schoppe vor 30 Jahren ein Tabu gebrochen – und dafür einen hohen Preis gezahlt

Worte des Jahres

Woche um Woche und Jahr um Jahr halten die prägnantesten Formulierungen im Originalton Einzug in den Politikteil der ZEIT. Wir dokumentieren sie in Auszügen. 1983 bis 1997: Vom ausbrechenden Kanzler Kohl über die Wirren der deutschen Einheit zur Rechtschreibreform für Analphabeten

Tschüs, Bonn!

Abgeordnete aus Leidenschaft, darunter Genscher, Lambsdorff, Stoltenberg und Duve, verlassen das Parlament. Was verschwindet mit ihnen? Eine Abschiedsvisite

Worte der Woche

"Die Familienpolitik der letzten Jahre kann man folgendermaßen beschreiben: Sie stehlen einer Familie die Sau vom Hof, geben ihr drei Koteletts zurück und nennen das eine soziale Wohltat.

Für viele Linke ist Familie ein Reizwort. Waltraud Schoppe, grüne Familienministerin in Niedersachsen, schreibt über den Widerstand in den eigenen Reihen gegen eine Politik für Leute mit Kindern: Drohung mit dem Mutterkreuz

Das Wort Familie darf man in unserer Geschäftsstelle nicht in den Mund nehmen!" So meinte jemand aus der Wahlkampfkommission, als ich vorschlug, daß sich Bündnis 90/Die Grünen bei den Wahlveranstaltungen in Niedersachsen zum Thema Familie zu Wort melden sollten.

BONNER TÖNE

Mit dem Einzug der Grünen zogen auch neue Themen in die Bundestagsdebatten ein. Von Penetration oder Lust zum Beispiel war noch nie die Rede gewesen.

Mal’n Backs – na und?

Eine alltägliche Familiengeschichte, berichtet vom Vater Joseph Engel, 35 Jahre alt: "Verarscht, richtig verarscht hab i mich gefühlt bei der Eva, die war letzte Woche so arrogant, unverschämt, und gelogen hat sie, daß ma halt davon geplagt ist.

Man muß sich vor der Liebe des Volkes schützen

Einen Steinwurf weit, nein, sagen wir lieber einen Katzensprung entfernt vom Kanzleramt residiert nun seit einem Vierteljahr das "Pantheon": Theater – Varieté – Musik – Galerie – Kino – Nachtcafé – Cocktailbar, das hat sich da alles auf zwei Etagen im Souterrain des Bonn-Centers versammelt.

Die Grünen auf der Suche nach sich selbst: Am Dienstag tagte die Bonner Fraktion, am Wochenende diskutiert der Bundeshauptausschuß über die Konflikte zwischen Realos und Fundis: Krise ohne Untergang

Mit Sektgläsern in der Hand, livrierter Bedienung, etwas Lyrik und Kammermusik, namhaften Gästen und mit einer Ansprache von Horst-Eberhard Richter – so haben die Grünen und die Friedensbewegung am Montagabend das Abrüstungsabkommen der Supermächte als auch ihren Erfolg gefeiert.

Vor der Spaltung?: Getrennt laufen, zusammen raufen

Sie möchte nicht immer "Mutter" sein, seufzt Antje Vollmer, die Abgeordnete der Grünen, die längst in eine Rolle jenseits der verfeindeten Parteilager hineingewachsen ist.

BONNER BÜHNE: Die Kunst des Zuhörens

Es falle "schwer, tatsächlich schwer", unter dem Eindruck von zwei Morden an Polizeibeamten und "angesichts von Trauer, Bestürzung, Zorn und Empörung, die wir empfinden, heute miteinander zu diskutieren".

Grüne - ganz groß

Für einen Moment könnte man meinen, das versammelte Volk feiere einen neuen Kanzler. Da steht er in gleißendem Licht, auf erhöhtem Podest.

Gruppenbild mit lauter Damen

Was hat ein guter Fraktionsvorstand zu leisten? Erstens: den Haufen zusammenhalten, sagt ein erfahrener Kollege, und zweitens: Speerspitze sein im parlamentarischen Gefecht, die richtigen Themen herauspicken, sie in Debatten wirkungsvoll nach außen umsetzen.

Jeans und Pelzjäckchen

Sie wollten es anders machen als die andern. Nicht im Konvoi nobler westlicher Autos kamen sie, sondern zu Fuß. Ihre Geschenke trugen sie unterm Arm, in Geschenkpapier, hellblau und rosa mit weißen Bäumchen drauf, passend zu den Ansteckern an ihrer Kleidung – sieben Frauen von der Partei der Grünen waren fünf Tage lang zu Gast beim DFD (Demokratischen Frauenbund Deutschlands) in der DDR.