: Wolfgang Harich

Zwei Gasthäuser in jeder Straße

Die moderne Ökonomie schafft neuen Wohlstand - Gemeinschaft und Sinn stiftet sie nicht. Wo lassen sich Mittel gegen den Verlust von Zusammenhalt und Solidarität finden? Ins Leere geht die Hoffnung, die "gute Gesellschaft" lasse sich von Staats wegen machen. Wird das Gute zum politischen Programm erhoben, ist autoritärer Dogmatismus oft nicht weit entfernt. In der offenen Gesellschaft muss soziale Kohäsion das Werk der Bürger sein - jeder andere Weg gefährdet die Freiheit selbst.

Stasi und Nazi – die Deutschen müssen sich ihrer doppelten Vergangenheit stellen. Das gesellschaftliche Bedürfnis, die am Unrecht Beteiligten zu strafen, ist groß. Daß übereiltes, grobes Urteilen neues Unrecht schaffen kann, soll dieses exemplarische Schicksal zeigen: DIE SCHÜSSE

Vor gut einem Jahr mußte Gustav Just, SPD-Politiker und damals Alterspräsident des Landtags in Brandenburg, außerdem Vorsitzender der Verfassungskommission in Potsdam, alle politischen Ämter niederlegen.

Heiner Müller hat ein Buch gesprochen – voll von ärgerlicher Geschwätzigkeit und anrührenden Werkstattberichten: "Krieg ohne Schlacht": Ich ist ein anderer

"Für meine Literatur war das Leben in der DDR etwas wie die Erfahrung Goyas in der Zange zwischen seiner Sympathie für die Ideen der französischen Revolution und dem Terror der napoleonischen Besatzungsarmee, zwischen der Bauernguerilla für Monarchie und Klerus und dem Schrecken des Neuen, das vor seinen Augen die Züge des Alten annahm, die Taubheit seine Waffe gegen die arge Erkenntnis, weil das Auge des Malers die Blindheit verweigerte.

"Melvin, du hast gewonnen"

Eine wahre Geschichte kann so anfangen, und diese endete jüngst auch so: Unter dem üppigen Bronze-Torso eines nackten Mädchens sitzt der 71jährige Gründer der Zeitschrift Monat, Melvin J.

Rückblick: Prozeß gegen Walter Janka: Was geschah wirklich?

Wolfgang Harich hat nun denProzeß gehabt, den er so lange schon anstrebte: gegen Walter Janka, von dem er sich verleumdet fühlt durch das Rowohlt-Taschenbuch "Schwierigkeiten mit der Wahrheit" und durch ein Janka-Interview des DDR-Fernsehens am 24.

Die Opfer waren Täter

Walter Ulbricht und die sonderbare Rolle der sogenannten SED-Opposition in den fünfziger Jahren

Sofort unter operative Kontrolle nehmen!

Noch heute, nach so vielen Jahren, geht Helga Novak, die große verkannte Dichterin dieses Landes, an die Decke, wenn ich die sensiblen Wege meines Freundes Kunze verteidige.

Es ist alles eitel

Lebensspuren eines Verfemten – auf der Suche nach Friedrich Nietzsche in der DDR

Anknüpfen an die frühen Träume

Zunächst sträubte er sich. Er wird im nächsten Jahr siebzig, lebt seit langem zurückgezogen als Übersetzer in Prenden, einem Dorf nördlich von Berlin.

Ein feste Burg ist unser Land

Warum die DDR-Studenten nichts vom Westen wissen wollen – Eine Reise in die pädagogische Provinz nach Rostock und Greifswald

Korrektur nach 33 Jahren: Mit knappen Worten kassiert

Draußen frieren schon um neun, eine Stunde vor Verhandlungsbeginn, die ersten Zuhörer. Sie müssen bis halb zehn in der Kälte warten, nur die privilegierten Rechtsanwälte und Journalisten dürfen schon vorher in das Oberste Gericht.

Tor auf? Tür zu!

Gefährliche Bücher – gibt es die? "Da sagt einer: ‚Ich merke es an mir selber: Dies Buch ist schädlich.‘ Aber er warte nur ab, und vielleicht gesteht er sich eines Tages, daß diesselbe Buch ihm einen großen Dienst erwies, indem es die versteckte Krankheit seines Herzens hervortrieb und in die Sichtbarkeit brachte.