: Wolfgang Thierse

Am 3. Oktober jährt sich der Tag der Vereinigung. Unser Autor, Bonner SPD-Abgeordneter aus (Ost-)Berlin, bilanziert: Sind wir naiv?

Ich versuche mich zu erinnern. Mit welchen Erwartungen, welchen Hoffnungen, welchen Zielen gar habe ich den Wechsel von einem leichtsinnigen, aber durchaus „anständigen“ Beruf in die Politik vollzogen, wozu bin ich in die Politik geraten? Die pathetische Antwort müßte lauten: Ich wollte die deutsche Einheit mitgestalten, angetrieben von einer fast lebenslangen – was kann ich dafür? – und in der DDR geradezu widersinnigen Hoffnung, daß ein einiges, aber zugleich anderes Deutschland noch einmal eine geschichtliche Chance bekommen müßte! Nur um ein Geringes weniger pathetisch habe ich ein anderes Motiv in meiner ersten Volkskammerrede am 18.

Totales Versagen

„Führungskräfte in Maschinenbaubetrieben sind nicht bereit, sich selbständig zu machen, weil sie nicht wissen, ob es in einigen Jahren hier noch Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte gibt.

Bonner Kulisse

Die Klagen der Ossis über besonders ruppige Eroberungsmethoden westdeutscher Unternehmen bleiben nicht immer wirkungslos. So hat sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wolfgang Thierse darüber aufgeregt, wie die Hamburger Beiersdorf AG (BDF) die ostdeutsche Konkurrenz ausschalten wollte.

Der Häuserkampf

Leipzig könnte die Boom Town des deutschen Ostens sein. Messestadt, Medienstadt, Bücherstadt, Universitätsstadt, Banken- und Dienstleistungszentrum, Industriestandort.

KOLUMNE: Deutsche Akten

Im Streit um die Stasi-Vergangenheit zeigt sich wieder einmal das nationale Handicap beim Umgang mit der Öffentlichkeit. Die widerwärtige Erscheinungsweise der Wahrheit empört die selbstlosen Freunde der reinen Wahrheit.

Studienfach Subventiologie

„Wer uns Kirchenleuten Kumpanei mit den SED-Größen vorwirft, weiß nichts von den Mühen, gegen Mißtrauen und ideologische Vorbehalte Plattformen für sachliche Gespräche zu schaffen, um Menschen aus Gefängnissen und Bedrängungen heraushelfen zu können.

Zwischen Kommission und Kabinett: Beschlossen und verwässert

Er sei ganz sicher, daß Berlin nie Hauptstadt werde. Die Würfel seien gefallen, ungeachtet des Parlamentsbeschlusses, und zwar gegen die Stadt, alarmierte der Sozialdemokrat Wolfgang Thierse kürzlich die Öffentlichkeit.

Angeschissen

„Als Honecker 1988 in Thüringen war und auf dem Sömmerdaer Marktplatz eine seiner langweiligen Reden hielt, war das Zentrum schwarz von Menschen.

Bonner Bühne: Teilen statt spalten

Zunächst Formales: Es geht um Dementis, um Richtig- und Klarstellungen. Wolfgang Thierse, der stellvertretende SPD-Vorsitzende mit dem Traumergebnis von neunzig Prozent bei seiner Wiederwahl auf dem Bremer Parteitag, widerspricht aufs heftigste der Behauptung, er habe jemals beabsichtigt, die „Ossis“ der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion unter Druck zu setzen, damit sie für Berlin stimmen.