: Zagreb

Krieg auf allen Ebenen

Es war so gegen zwei Uhr nachmittags, als am Donnerstag voriger Woche in Belgrad die Erde bebte. Im Büro von Oskar Kovac tanzte das Telephon auf dem Tisch, Gläser klirrten gegeneinander, und Kovac wippte unfreiwillig in seinem weichgepolsterten Sessel.

Ein Blick fürs Wesentliche

So hatte sich der niederländische Außenminister Hans van den Broek die Übernahme der EG-Präsidentschaft bestimmt nicht vorgestellt.

Heillose Allianz

In Jugoslawien fällt auseinander, was nicht zusammengehört. Slowenien und Kroatien, pluralistisch eingestellt und marktwirtschaftlich orientiert, sind auf volle Unabhängigkeit erpicht.

Was geht uns schon Jugoslawien an?

Es läßt sich nicht länger übersehen: In Europa herrscht die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Im Westen lautet die Parole: Ausgleich, Annäherung, Integration; die Europäische Gemeinschaft streitet um ihre Gesamtidentität in der Welt, nicht um die Einzelprofile ihrer Mitglieder.

Frauen in Jugoslawien: Volksfeind Feministin

Noch vor wenigen Jahren wurden die Frauen in Jugoslawien von ihren Schwestern im Westen beneidet. Der sozialistische Staat sorgte gut für die Genossinnen, so schien es.

Ein Wiedersehen nach mehr als zwei Jahrzehnten. Ulrich Schiller, Anfang der sechziger Jahre Korrespondent in Belgrad und heute in Washington, ist durch Jugoslawien gereist. Wie lebt das Land mit seiner Doppelkrise?: Noch brennen die Lichter in den Cafehäusern

Im Cafe "Fragezeichen" gleich oberhalb der Kirche des Patriarchen wird geschmaust und getrunken und lärmend diskutiert. Das war zwar immer so, aber heute beherrscht ein Thema die erhitzten Gemüter: die Krise.

Belgrad und die Terroristen

Wer bislang noch Zweifel hegte, darf nun sicher sein: Für die jugoslawische Regierung war die Auslieferung der vier im Mai dieses Jahres in Zagreb festgenommenen westdeutschen Terroristen Brigitte Mohnhaupt, Sieglinde Hofmann, Peter Boock und Rolf Clemens Wagner an die Bundesrepublik von vornherein an den erfolgreichen Abschluß eines Tauschgeschäfts geknüpft.

Das Kreuz mit den Kroaten

Letzten Samstag in München vor der Feldherrnhalle: Erst demonstrierten, tausend Radler, dann protestierten 300 Exilkroaten. Die einen wollten nur bessere Radfahrwege, die anderen forderten „Freiheit für Kroatien", als wäre das nichts.

Tito übt Gnade

Seiner ersten versöhnlichen Geste – der Erlaubnis, den verstorbenen Kardinal Stepinac in der Kathedrale von Zagreb beizusetzen – hat Marschall Tito eine zweite folgen lassen: Er hat vier eingekerkerte Sozialisten aus dem Gefängnis entlassen.

INFORMATIONEN

A USSE N H A N D E L Westdeutschlands Ausfuhr von Kunststoffen (einschl. Folien) hatte im ersten Halbjahr 1956 einen Wert von 162,5 Mill.

Der alte Kaiser in Split

Wenn Diokletian ein Diktator gewesen ist, so war er doch ein besonderer: denn gibt es außer ihm noch

Eine Spur von alten Schnürschuhen

Der Preis für Offiziere hielt sich in der Gegend von Skoblje lange auf 74 Paar Schnürschahen, aber dann mischte sich der Ic beim Oberbefehlshaber ein, und die Verhältnisse wurden ganz schlecht.