Philosophie: ZEIT Akademie: Was man vom Gefangenen-Dilemma lernen kann

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VetusFredericus
#1.1  —  29. September 2012, 20:31 Uhr

"zurück zu stellen"

ist ein völlig anderes Verb. Das sagt der Juwelier, wenn Sie einen Ring aus dem Schaufenster gegrabscht haben, um ihn von Nahmem zu bewundert: "Würden Sie sich bitte entschließen, den Ring zurück zu stellen, wenn Sie Ihre Kreditkarte vergessen haben?" Da bedarf es keiner Paragraphen. Es reicht, deutschsprachig aufgewachsen zu sein.

simplicissimus500
#2  —  2. Mai 2012, 9:49 Uhr

Ein Vortrag für die Aldi, Penny und REWE-Kassierer

Ein hervorragender Beitrag, der in die Grundschule gehört, in der Skundarstufe I oder II vertieft werden müsste und in jedem Studium die Basis darstellen sollte.
Dieser Beitrag ist aber besonders in unserer Zeit mal wieder hochaktuell: Uns wird von allen Seiten vorgemacht, dass es von Vorteil ist, wenn wir nur an uns selbst denken und dass das Vertrauen in die anderen nicht funktioniert. Wir werden immer mehr zu Einzelkämpfern erzogen.
Hier wird an einem hervorragenden Beispiel dargestellt, dass wir alle einen Vorteil haben, wenn wir einander vertrauen und erkennen, dass wir besser fahren, wenn wir unser Ziel gemeinsam verfolgen. "Unten" wusste man das schon lange. Leider wurden die, die unten sind zu oft von denen, die "oben" sind, beschissen. Nun vertrauen sie diesem Prinzip nicht mehr. Und das kommt denen, die oben sind sehr entgegen. Sie können ihnen Beine machen, wenn sie das "Gefangenen-Dilemma" als Paradigma begreifen. Gemeinsam sind sie dann wieder stark genug, um sich z. B. gegen die Geschäftsführung von Aldi zur Wehr zu setzen, die es als äußerst vorteilhaft betrachtet, wenn jeder Mitarbeiter zwei Abmahnungen in der Tasche hat. Als Einzelkämpfer konnten sie keinen Betriebsrat bilden. Hätten sie einander Vertraut und ihren Vorteil im Zusammenhalt gesehen, hätten sie einen, der ihre Rechte vertritt. Jetzt haben sie einen Betriebsrat, der die Rechte von Aldi vertritt – geführt von drei Filialleitern. (s. Süddeutsche vom 29.04.12 „Aldi torpedierte Betriebsratswahlen“)