Roman von Irena Brežná: Radischs Lesetipp: "Die undankbare Fremde"

Eine Zwangsehe mit dem Gastland: Die gebürtige slowakische Autorin Irena Brežná ist 1968 in die Schweiz gegangen. In ihrem Roman beschreibt sie den schmerzvollen Prozess der Anpassung an die mitteleuropäische Lebensart.

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Irena Brežný ist keine gebürtige tschechische Autorin, sie wurde in der Slowakei geboren und dort aufgewachsen. Der Staat hieß damals zwar Tschechoslowakei, es ist aber falsch, die Slowaken für Tschechen halten!! Es ist weiter wichtig zu bemerken, dass Tschechien sich dem "mitteleuropäische Lebensart" ohne Zweifel mehr näherte als die Slowakei - Tschechien/Böhmen war nämlich immer ein Teil der mitteleuropa. Die Tatsache, dass sie seit 1948 in '68 "erst" 20Jahren ein Teil des Ostblocks waren, hat ihre Mentalität noch nicht so geprägt. Die Prager Frühling 1968 war ein Beweis dafür. Erst am Ende der 80ger war tschechische Mentalität weiter von "Mittel- Westeuropäische Muster" entfernt.

Völlig richtig, Irena Brežná ist keine Tschechin, sondern eine Slowakin. Diesbezüglich habe ich an Frau Radisch eine Email heute nachmittag geschickt.
Was ich aber nicht richtig verstanden habe, ist, was unter "mitteleuropäischer Lebensart" verstanden werden soll... Welche Kultur betrifft es? Welche Länder?
Es überrascht mich immer wieder, wie wenig sich der "Westen" für den ehemaligen "Osten" interessiert. Die Slowaken werden mit Slowenen verwechselt, Slowaken wie Irena Brežná oder Alexander Dubček (das Gesicht des Prager Frühlings 1968) für Tschechen gehalten.
Zwischen Wien und Bratislava (Hauptstadt der Slowakei) liegen ca. 70 km. Mental sind es aber manchmal die Welten...

entschuldigung Sie für meine grammatikalische Fehler in meiner ersten Beitrag, ich bin ein junger Tscheche aus Prag.. ich will Frau Radisch nicht kritisieren, sie hat das Buch gut vorgestellt... Es tut mir nur Leid, welche Interesslosigkeit generell in den deutschen Medien offenbar ist, wenn es über TSCHechien berichtet wird. Es ist ganz normal, dass TSCH einfach in der Gruppe mit "allen" im Osten eingeordnet wird, egal dass TSCH bis 1918 oder 1948 mit diesen "anderen im Osten" nicht viel zu tun hatte... wenn man die Geschichte studiert (lieber nicht von der deutschen oder tschechischen büchern weil die beide nicht objektiv genug sind), müsste man anerkennen, dass Tschechien nicht weniger "Mittlereuropaeisch" als Österreich oder deutschland ist... in Tschechien waren eine der erten Protestanten in Europa, Familie-Muster war nicht östlich (die Studenten der europaeischen Ethnologie oder Antropologie würden das sicherlich bestaetigen), boehmische Wirtschaft war "westlich" und nicht ausschliesslich die im Suddentend (z.B. Skoda, Bata), Essen und Bier war in TSCH-DEU-ÖST sehr ähnlich..natürlich brachte der Komunismus 1948-89 ins Land "östliche Elemente".. aber sollte z.B. Nazi Regime in Deutschland als etwas typisch mittlereuropaeisch betrachtet werden?? ..wenn man "ehemalige Ostblock" zur Tschechien sagen will, dann ist es in Ordnung...generell, wenn man heutzutage über mittlereuropa sprechen will, oder sogar über "mitteleurop. Lebensart", sollte sich das erst 2mal überlegen