Afrika: ZEIT-Redakteurin Andrea Böhm erklärt das Phänomen Somaliland

Somaliland hat 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärt und seitdem ein erstaunlich stabiles Staatswesen aufgebaut. Trotzdem wird Somaliland bisher international nicht anerkannt.

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Hallo akomado,

Eine höchst interessante Frage, die Sie hier am Beispiel Somaliland wieder aufwerfen: Inwieweit gereichte es diesem Staat zum Vorteil, dass er sich weitgehend ohne westlichen Einfluss entwickeln konnte?

Ist immer noch unbeantwortet dieses allgemeine Problem, unbeschadet der Tatsache, dass astronomische Summen an Enwicklungshilfegeldern allein nach Afrika geflossen sind, immer noch weiter fließen, die zum allergrößten Teil wie in einem Schwarzen Loch verschwunden sind und weiterhin verschwinden – Hätte man diese Gelder in einen generellen Hilfsfond eingezahlt, so könnte man daraus heute wahrscheinlich ganz Afrika mit Milch und Honig versorgen. Ich kann nicht einsehen, warum man nach aller Erfahrung immer noch kein überzeugendes Konzept finden kann, wann und unter welchen Umständen Hilfe und Unterstützung Aussicht auf Erfolg hat. Erfolg im dem Sinne, dass die Lebensbedingungen notleidender Bevölkerungsschichten sich sichtbar (!) verbessern. (Zum Trost lassen sich auch erfreuliche Beispiele finden, leider viel zu wenige.-)

Danke, Frau Böhm!

Ein guter Bericht, zumal aus einer Region, aus der man sonst nur furchtbare Nachrichten erhält. Somaliland mit seiner respektablen Entwicklung sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, besonders was die Anerkennung der UNO betrifft. Hintertrieben wird das durch die Obama-Administration, die immer noch - weitestgehend erfolglos - auf die Regierung in Mogadishu setzt, die Anspruch auf ihre Hoheit über ganz Somalia erhebt. Nicht zu Unrecht kritisieren die Menschen in Somaliland, dass die USA und auch die EU eine Politik des „kreativen Chaos“ verfolgen, d.h. ein Interesse daran haben, dass die Konflikte weiterhin das Land lähmen, um so die eigenen Interessen besser durchsetzen zu können. Als höchst ungerecht der UNO wird beklagt, dass der neu entstandene Südsudan (der nächste „failed state“ Kandidat in Afrika) sofort nach der Unabhängigkeitserklärung von der UNO anerkannt wurde, während Somaliland sich darum seit Jahren vergeblich bemüht, somit der erfolgreiche Weg dieses Landes nicht anerkannt wird.