Umweltkatastrophe: Größter Teil des Aralsees zum ersten Mal völlig ausgetrocknet

Nur wenige Flugstunden von uns entfernt spielt sich seit 50 Jahren eine der größten Umweltkatastrophen der Welt ab. Der Aralsee, ein riesiges Binnengewässer in Zentralasien, verschwindet allmählich. Satellitenbilder zeigen den Rückgang über mehrere Jahrzehnte hinweg. Wo früher Wasser war, erstreckt sich jetzt eine endlose Staubwüste. Wie dramatisch die Lage ist, belegen aktuelle Bilder, die wenige Wochen alt sind: Auf ihnen ist zu erkennen, dass der südöstliche Aralsee jetzt völlig ausgetrocknet ist - das ist seit dem Mittelalter nicht mehr passiert. Auf Satellitenbildern sind sogar Frachtschiffe zu erkennen, die längst auf dem Trockenen liegen und langsam verrosten. An manchen Orten hat sich die Uferlinie um bis zu 80 Kilometer verschoben. Schuld an der Aralsee-Katastrophe ist der Mensch. Schon zu Stalins Zeiten in der Sowjetunion wurden die Flüsse, die den Aralsee speisen, für Bewässerungsprojekte angezapft. Auch heute noch streiten sich die Anrainerstaaten Kasachstan und Usbekistan um Wasser - ernstzunehmende gemeinsame Anstrengungen zur Rettung des Aralsees gibt es nicht. Die fatale Folge: Das riesige Binnengewässer wird nach und nach zur Wüste.

Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

weiterso!

Sehr gut! Nur weiter so. Gemeinsam gehen wir zu Grunde. Aber bis dahin laß uns noch das "Weiterso" machen und "geniessen". So schnell geht das nicht, also wird es uns schon nicht so bald passieren. Höchstens unsere EnkelInnen.
Aber nicht uns!

-Ironie-

Da finde ich aber die Wasserkraftwerke besorgniserregender, mit ihren Wasserschub durch die Turbinen beeinflussen sie die Erdumdrehung.

So ganz durchdacht schein mir der Beitrag nicht zu sein. Was wäre die Alternative? Die Menschen der Region (und das ist nicht grade ein Schwerpunkt der menschlichen Bevölkerungsexplosion dort) auf Völkerwanderung zu schicken? So lange Mensch das vorhandene Wasser einigermaßen effizient zur Nahrungsversorgung einsetzt (und da kann man zunächst höchstens Fragen ob zu viel vorher aufwendig in Fleisch umgesetzt wird) ist die Umgestaltung der Natur eben ein notwendiges Übel.

Wenn wir irgendwann die Fusion in den Griff bekommen kann man vielleicht auch solche Regionen mit Pipelines für entsalztes Seewasser versorgen. So lange wir jedoch nicht nachhaltig wirtschaften können (!), ist es wenig sinnvoll, das denen vorzuhalten, die keine Alternativen haben.

Vielleicht irre ich mich ja und es gibt unverhältnismäßige Massentierhaltung oder Golfplätze und Ziergärten in der Steppe dort. Ich denke aber eher nicht.

Dass ein Binnensee, der keinen Abfluss hat und seit dem Kommunismus so stark ausgeleitet wurde, entsprechend austrocknen muss, sollte ja jedem klar sein.
Aber diese Art der Berichterstattung, die nur negatives darstellt, nimmt aus meiner Sicht langsam Überhand. Vielmehr sollte auch berichtet werden, dass das Wasser nach dem Bau eines Stausees in den Aralsee (zumindest im nördlichen Teil) wieder zurückkehrt (s. Beitrag von Arte aus dem Jahr 2018: https://www.arte.tv/de/video…).

Es besteht also doch noch Grund zur Hoffnung für den Aralsee. :-)