Anschläge in Deutschland: "Täter haben in der Regel keine psychische Störung"

Kommentare

63 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Gelöschter Nutzer 6904

#2.10  —  29. Juli 2016, 20:42 Uhr

Das stimmt, dass muss Frau Hauth nicht. Das wäre auch nicht angebracht, da stimme ich Ihnen gerne zu.
Auch in diesem Bereich gibt es - wie auch in anderen - immer unterschiedliche Ansichten.

Mir ging es eher um die Replik der unter 3.8 aufgestellten These ohne jedwede Begründung. Ich kenne keinen Arzt, der ohne Diagnose zur Behandlung schreitet. Vielleicht ist das bei Psychiatern anders, wage ich aber erfahrungsgemäß zu bezweifeln.

Gelöschter Nutzer 6904

#2.11  —  29. Juli 2016, 20:52 Uhr

"Nicht alles, was nicht "normal" ist, ist eine Krankheit."

Da stimme ich zu.

"Wir sollten doch bitte nicht von "normalen Reaktionen" auf Demütigung sprechen. "

Warum nicht? Ich halte einen Amoklauf im weitesten Sinne nicht für eine "normale Reaktion" auf Demütigungen. Es muss m.E. da schon etwas mehr dahinter sein als üblich und kann auch mit der Persönlichkeit des Heranwachsenden zu tun haben. Das müsste m.E. schon festgestellt werden, nur ich befürchte, das wird auch wieder als "unerklärlicher und unkontrollierbarer Ausrutscher" deklariert und ad acta gelegt.

Gute soziale und gesellschaftliche Verantwortung sieht da m.E. anders aus.

Gelöschter Nutzer 6904

#2.13  —  30. Juli 2016, 12:54 Uhr

Das kann man auch nur schwer oder gar nicht definieren. Einige werden ärgerlich oder wütend, andere eher traurig oder niedergeschlagen oder je nach Lage eines nach dem anderen oder zusammen.
Andere sind auch nicht betroffen, da sie die Demütigung nicht trifft.

Eine Persönlichkeitsstörung kann auch in eine psychische Erkrankung führen, schätze ich. Ob jetzt in der Persönlichkeit oder evtl auch Erziehung oder Sozialverhalten, es gibt mE genug Ansätze diese Taten aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren, um evtl auch gesellschaftspolitisch oder staatlich dem durch unterstützende Hilfen entgegenzuwirken.
Ich befürchte hier aber eher wie immer noch mehr Polizeibefugnisse, Todesschüsse, Bundeswehreinsätze im Inland, noch mehr Kontrolle und Repressalien für unbeteiligte Dritte.
Man richtet sich mE lieber darauf ein, dass solche Fälle häufiger passieren können und man staatlich besser durch Polizeimassnahmen einwirken kann, anstelle von Geld in Hilfen und Unterstützung zu investieren.

Hier war es weder Psychologie noch Psychoanalyse, sondern ein anderes Fachgebiet: Psychiatrie.

Was Sie subjektiv normal finden, hat wenig mit den Abstimmungsprozessen in internationalen Gremien zu Kriterien für psychische Störungen zu tun, die natürlich auch einem Wandel über die Zeit unterliegen und durch Veränderungen in verschiedenen Gesellschaften von Menschen beeinflusst werden.

Hallo, Redaktion,
die Expertin unterscheidet "psychische Erkrankung" und "schwierige Persönlichkeitsentwicklung" - in der fachlichen Betrachtung vermutlich eine wichtige Unterscheidung, und öffentlich wichtig für unseren Umgang mit psychisch Kranken im engeren Sinn.
Ihre Überschrift "Täter haben in der Regel keine psychische Störung" wird in der aktuellen Diskussion aber von vielen Lesern falsch verstanden werden - im Umkehrschluss wird eine im Wesentlichen rationale, politisch bewusste Handlungsweise der Täter herausgelesen.
Sinnvoll wäre eine Überschrift "Täter haben in der Regel keine *klassische* psychische Störung" - so wie es die Expertin bei 2:13 sagt.