Rente: Fünf Gründe dafür, dass junge Menschen sich für die Rente interessieren sollten

Kommentare

9 Kommentare Kommentieren

Ein lobenswerter Aufruf.
ZON hat ja in der letzten Zeit einige Artikel dazu veröffendlicht. Was dann allerdings in den Kommentaren diskutiert wird ist deprimierend und teilweise hanebüchen unwissend.
Mir gehen die Kommentare der jungen Leute, die von einer Karriere als digital nomad träumen, nicht aus dem Kopf. Wie viel man als Selbstständige(r) verdienen muss um eine auskömmliche Altersvorsorge aufzubauen ist ihnen einfach nicht klar.
Die gesetzliche Rentenversicherung als ein Baustein ist gar nicht so schlecht, sie muss jedoch dringend reformiert werden. Und dazu wäre es hilfreich zu verstehen wie sie jetzt funktioniert. Nur dann wird klar was passiert, wenn man an der einen oder anderen Schraube dreht.
In den Wahlprogrammen habe ich nichts überzeugendes zu einer sozialen und nachhaltigen Altersvorsorge gefunden. Schade, aber es gibt ja noch andere wichtige Themen um zu entscheiden wo die Kreutzchen hin sollen.

"Aber jetzt dürfen Sie mal ran und mir vorrechnen, wie es bei einem Selbstständigen mit dem gleichen Brutto (jeweils Beitragsbemessungsgrenze) in 37 Jahren aussieht. Bitte geben Sie auch einen Hinweis, wie die notwendige Rendite erwirtschaftet werden soll. Waffen- und Drogenhandel, Sklaverei und Prostitution akzeptiere ich nicht."

Monatlich 250 € in einen Indexfond zu 8,0 % p.a. Rendite einzahlen und nach 37 Jahren 657.000 € rausnehmen.

Das Video geht in die richtige Richtung. Aber man hätte noch deutlicher werden können:

Für junge Menschen ist die Rentenversicherung ein Ponzi Schema, bei dem sie nur verlieren können. Am Ende des Videos nur zu fordern, dass auch Beamte und Selbstständige in die Rentenversicherung einzahlen sollen, geht an der Sache vorbei. Bis 2050 verdoppelt sich der Altenquotient. In der gleichen Zeitspanne wird es zwischen 16 und 9 Millionen Erwerbsfähige weniger geben (je nachdem wie viel qualifizierte Zuwanderung es geben wird). Es gibt gar nicht soviele Selbstständige und Beamte, um das immer größer werdende Loch in der Rentenversicherung zu schließen. Und auch eine größere Belastung von Besserverdienern kann keine Lösung sein - Deutschland hat bereits heute die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast auf Erwerbseinkommen weltweit.

Man muss ganz klar aussprechen, was längst jeder wissen sollte: der Generationenvertrag KANN NICHT MEHR FUNKTIONIEREN. Die Lösung für die Rentenfrage ist nicht das Umlageverfahren.

Hier mal ein paar andere Vorschläge:

* Ein staatlicher Rentenfonds, nach dem Vorbild Norwegens. Beitragsfinanziert wie heute die Rentenversicherung. Der Fonds legt breit gestreut renditeorientiert an den Märkten an - nicht beschränkt auf Deutschland.

* Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer mit Steuersätzen in gleicher Höhe zu den individuellen Steuersätzen - ohne Schlupflöcher und Ausnahmen. Das Steueraufkommen fließt in den staatlichen Rentenfonds.