Ulrich Schneider: Warum wehren Sie sich gegen ein soziales Pflichtjahr?

Ausgerechnet der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands will keinen Pflichtdienst für junge Erwachsene. Im Videointerview spricht Ulrich Schneider über die Gründe.

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Sie haben das freiwillig gemacht. Wie waren die Reaktionen in Ihrem Umfeld, als Sie sich dazu entschlossen haben. Überspitzt gefragt, fanden es alle lobenswert und haben es Ihnen nachgemacht? Oder gab es auch Gegenstimmen "Das könnte ich nicht." "Zeitverschwendung"

Der Herr im Video hat ja klar gesagt, dass er freiwillige und motivierte Leute willkommen heisst und der Freiwilligendienst attraktiver werden kann und soll, und damit hat er meiner Meinung nach den Gesetzgeber gemeint. Das zuständige Ministerium.

Wer mit dem Begriff "Zwangsarbeit" oder "Zwangsdienst" macht sich selbst völlig unglaubwürdig in allen weiteren Argumenten - mögen sie auch noch so vernünftig sein.

Überlassen Sie also die Polarisierung den Spaltern unserer Gesellschaft, also der AfD - dann kann man sich ernsthaft mit Ihren zweifellos guten und richtigen Argumenten auseinandersetzen.

Aber das, was Sie als richtig und notwendig darstellen, schließt ein soziales Jahr/oder Halbjahr - mit oder ohne Vergütung (das ist ja noch gar nicht ausdiskutiert) nicht aus.

Wer bei diesem ernsthaften Thema, für das es für und wider gibt, von "Zwangsarbeit unter Androhung von Gefängnis" redet ist nichts anderes als ein polemischer Schwätzer, der überhaupt nicht ernst zu nehmen ist.

Es gibt zahlreiche gute Argumente für ein soziales Jahr/oder Halbjahr als Beitrag für die Gesellschaft und für eine hilfreiche soziale Erfahrung für junge Leute, die später im Berufsleben dann nur noch den Kampf mit den Ellenbogen und Egoismus erleben.

Fragen Sie mal lieber Junge Leute, die Sozialdienst/Wehrersatzdienst geleistet haben - wie viele positiv und als wertvolle Erfahrung über diese Zeit gesprochen haben.

Aber sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen wäre ja zu anstrengend für Sie oder? Da ist es doch leichter, schneller mal irgend etwas "hinzurotzen" und die Anderen sollen sich dann mit ekligen Sosse auseinanderzusetzen.

Nachdenken vor dem Reden oder Schreiben kann durchaus hilfreich sein.

"Hier geht es um Generationsgerechtigkeit. Denen, den es bereits besser geht, soll auf Kosten denen, den es schlechter geht, (gehen wird) etwas geschenkt werden. Ich nenne das populistischen Wählerfang bei den zahlreichen Rentnern."

Meinen Sie mit denen, den es bereits besser geht, die Bewohner von Altersheimen, für die einfache Tätigkeiten, wie Vorlesen oder nur Gesellschaft leisten schon eine bedeutende Verbesserung bewirken würde?