1.   EU-Kommissarin Malmström droht Trump im Handelsstreit

2.   Leipzig-Trainer Rangnick litt unter Versagensangst

3.  Physiker Carlo Rovelli: Es gibt die Zeit gar nicht

4.  Vogue-Chefredakteurin Arp verdankt ihre Karriere dem Vater

5.  Olympiasiegerin Laura Ludwig: "Ich muss zurück aufs Feld"

6.   Urwald-Abholzung: Rumänien drohen rechtliche Schritte der EU

7.  Soziologe Martin Schröder: Generationen-Unterschiede sind ein Mythos

8.  Niedersachsens Ministerpräsident Weil sieht in Merz-Comeback eine Chance für die SPD

9.  Anwaltverein: Gesetzentwurf zum Straßenverkehrsgesetz verfassungswidrig

10.   Hamburger Bürgermeister will die SPD grüner machen

11.  Soros-Stiftungschef freut sich auf Berlin und kritisiert Ungarns Regierung

12.  EU-Kommissarin Malmström beunruhigt über Lage in Brasilien

13.  Nato-Generalsekretär Stoltenberg: Neue russische Atomraketen sind eine Bedrohung Europas

EU-Kommissarin Malmström droht Trump im Handelsstreit

Unmittelbar vor wichtigen Handelsgesprächen in Washington droht die EU mit robusten Vergeltungsmaßnahmen für den Fall, dass Donald Trump Zölle auf europäische Autos einführen sollte. "Kämen die Zölle, wäre das aus unserer Sicht ein unfreundlicher Akt. Sie wären auch nicht mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar. Die amerikanische Regierung argumentiert, dass solche Zölle aus nationalen Sicherheitserwägungen erhoben würden. Das ist vollkommen unplausibel. Wir sprechen über Autos. So geht man nicht mit Freunden um", sagt EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Auf die Frage, was die EU tun könne, wenn Trump ernst mache, sagt Malmström: "Dann schlagen wir zurück. Wir können sehr schnell und im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation eine lange Liste mit Gegenmaßnahmen zusammenstellen". Auf dieser Liste können "alle möglichen amerikanischen Produkte" wie zum Beispiel "Autos, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Maschinen" stehen.

Offiziell haben die Amerikaner und die Europäer im Zollstreit einen Waffenstillstand vereinbart, den sie nutzen wollen, um über ein neues transatlantisches Handelsabkommen zu sprechen. Die Gespräche sind aber ins Stocken geraten. Amerikanische Medien haben diese Woche berichtet, dass Trump erwägt, deshalb die umstrittenen Autozölle einzuführen. Malmström ist diese Woche in Washington, um den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen.

Sie wies Forderungen zurück die Märkte stärker für Agrarprodukte aus den USA zu öffnen. "Das wird nicht passieren", sagt sie. "Dafür haben wir als Kommission von den Mitgliedsstaaten kein Mandat."

Leipzig-Trainer Rangnick litt unter Versagensangst

Leipzig-Trainer Rangnick litt unter Versagensangst

Im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT bezeichnet Ralf Rangnick, Sportdirektor und Cheftrainer von RB Leipzig, eine schwere Krankheit seiner Mutter als prägendes Erlebnis seines Lebens. "Ich musste in meinem Leben früh Verantwortung übernehmen, war schon als Kind in einer Art Erwachsenenrolle", sagt der 60-Jährige. "Ich war Einzelkind, mein Vater ging morgens zur Arbeit und gab mir häufig mit auf den Weg: ‚Pass bitte gut auf Mama auf‘." Er litt unter Versagensängsten und Schlafstörungen. Diese persönlichen Erfahrungen machten ihn im Umgang mit seinen Spielern heute feinfühlig. "Der Mensch, die Familie kommen für mich immer an erster Stelle. Wenn ich feststelle, ein Spieler hat große persönliche Probleme oder wird zu Hause dringend gebraucht, hat das Vorrang", so Rangnick.

In der ZEIT blickt der Trainer auch auf die Phase seines Burnouts zurück: "2011 war ich an dem Punkt angelangt, an dem ich keine Energie und keinen inneren Antrieb mehr hatte", sagt er. "Ich wäre morgens am liebsten im Bett geblieben. Das hat mich extrem irritiert, ich kannte das nicht." Er trat damals aufgrund seiner Erkrankung als Trainer von Schalke 04 zurück. "Wenn ich weitergemacht hätte, wäre vielleicht noch Schlimmeres passiert."

Physiker Carlo Rovelli: Es gibt die Zeit gar nicht

Physiker Carlo Rovelli: Es gibt die Zeit gar nicht

"Offenbar sind unsere Vorstellungen von Zeit und Raum grundlegend falsch", sagt der 62-jährige italienische Physiker Carlo Rovelli dem ZEITmagazin. "Die Zeit ist kein gleichmäßiger Fluss, sondern macht Sprünge." Nach Rovellis Theorie gibt es "keine Zeit, an der entlang Ereignisse stattfinden. Es gibt kein Früher und Später. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten, die besagen, dass bestimmte Phänomene häufiger zusammen auftreten als andere."

Vogue-Chefredakteurin Arp verdankt ihre Karriere ihrem Vater


Vogue-Chefredakteurin Arp verdankt ihre Karriere ihrem Vater

Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp verdankt ihre Karriere ihrem Vater: "Er wollte, dass alle seine vier Kinder Abitur machen, und hat nicht zwischen Junge oder Mädchen unterschieden", sagt die 57-jährige Chefredakteurin der Zeitschrift Vogue dem ZEITmagazin. Arp ist in einem 500-Einwohner-Dorf in Niedersachsen aufgewachsen. "Ich war das zweite Mädchen im Ort, das Abitur gemacht hat, und habe erst viel später begriffen, was mein Vater mir damit auf den Weg mitgegeben hat. Im Grunde sind meine Eltern meine Rettung, indem sie mir ermöglicht haben, mich frei zu entscheiden, was ich machen will. So konnte ich meinen Weg zur Mode finden."

Olympiasiegerin Laura Ludwig: Ich muss zurück aufs Feld


Olympiasiegerin Laura Ludwig: Ich muss zurück aufs Feld

Die Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig ist froh, dass sie nach mehrmonatiger Babypause wieder trainiert: "Ein Jahr lang nur Mama zu sein wäre für mich pure Anstrengung, denn wenn ich nicht auf dem Feld meiner Leidenschaft nachgehen dürfte, würde mir etwas fehlen", sagt die 32-jährige Weltmeisterin in den Hamburg-Seiten der ZEIT. "Und ich denke, vielen Muttis geht es in ihren Berufen ähnlich."

Ludwig wurde im Juni Mutter eines Sohnes mit dem Namen Teo. "Ich will meinem Kind ein gutes Leben ermöglichen. Dazu brauche ich meinen Job – und mein Job ist Beachvolleyball", sagt Ludwig in der ZEIT. "Also muss ich wieder zurück aufs Feld, Resultate bringen, erfolgreich sein."

Urwald-Abholzung: Rumänien drohen rechtliche Schritte der EU


Urwald-Abholzung: Rumänien drohen rechtliche Schritte der EU

Rumänien könnte ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen seines Umgangs mit schutzwürdigen Urwäldern drohen. Das ergeben Recherchen der Wochenzeitung DIE ZEIT. Kein Land in Europa verfügt über größere Urwaldbestände als Rumänien, in keinem Land in Europa werden diese alten Wälder schneller abgeholzt.

Obwohl die Regierung in Bukarest vor sechs Jahren zusagte, die Urwälder des Landes zu schützen, sind bis heute nur 21.000 Hektar effektiv unter Schutz gestellt. Die gesamte Waldfläche wird auf mehr als das Zehnfache geschätzt. Solange diese Gebiete nicht geschützt sind, werden große Flächen abgeholzt. Oft verstoßen die Rodungen gegen europäisches Naturschutzrecht, weil es sich um Natura 2000-Schutzgebiete handelt.

Der letzte Fall, der europaweit für Aufsehen sorgte, war der Holzeinschlag im polnischen Białowieża-Tieflandwald. Hier konnte die EU die Rodungen stoppen. Im Vergleich zum polnischen Wald ist in Rumänien ein Vielfaches der Flächen betroffen. Mitarbeiter der EU-Kommission sammeln Material über Abholzungen in den Urwäldern Rumäniens. Dem Land drohen rechtliche Schritte im Jahr 2019, ausgerechnet dann, wenn Rumänien die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird.

Soziologe Martin Schröder: Generationen-Unterschiede sind ein Mythos

Soziologe Martin Schröder: Generationen-Unterschiede sind ein Mythos 

SPD-Ministerpräsident Stephan Weil äußert sich in der Wochenzeitung DIE ZEIT erstmals zur Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz: "Friedrich Merz war bekannt als knallharter Vertreter des Neoliberalismus. Wenn er das noch immer ist, wäre sein Comeback sicher eine Chance für die SPD und ebenso sicher ein Risiko für unsere Gesellschaft", sagt Weil der ZEIT.

Die mögliche Einführung einer CO2-Steuer hält Weil für plausibel. Zugleich sei dies aber mit einer sozialen Frage verbunden: "Wir können nicht einfach die Preise von CO2 erhöhen und beispielsweise Pendler mit älteren Autos, kleinen Geldbeuteln und Ölheizungen auf dem Lande sich selbst überlassen. Diese Fragen müssen dann in einem Atemzug beantwortet werden."

Niedersachsens Ministerpräsident Weil sieht in Merz-Comeback eine Chance für die SPD

Niedersachsens Ministerpräsident Weil sieht in Merz-Comeback eine Chance für die SPD

SPD-Ministerpräsident Stephan Weil äußert sich in der Wochenzeitung DIE ZEIT erstmals zur Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz: "Friedrich Merz war bekannt als knallharter Vertreter des Neoliberalismus. Wenn er das noch immer ist, wäre sein Comeback sicher eine Chance für die SPD und ebenso sicher ein Risiko für unsere Gesellschaft", sagt Weil der ZEIT.

Die mögliche Einführung einer CO2-Steuer hält Weil für plausibel. Zugleich sei dies aber mit einer sozialen Frage verbunden: "Wir können nicht einfach die Preise von CO2 erhöhen und beispielsweise Pendler mit älteren Autos, kleinen Geldbeuteln und Ölheizungen auf dem Lande sich selbst überlassen. Diese Fragen müssen dann in einem Atemzug beantwortet werden."

Anwaltverein: Gesetzentwurf zum Straßenverkehrsgesetz verfassungswidrig

Anwaltverein: Gesetzentwurf zum Straßenverkehrsgesetz verfassungswidrig

Um die Einhaltung der Diesel-Fahrverbote zu sichern, soll künftig eine Videoüberwachung der betroffenen Straßen möglich sein. So sieht es ein Gesetzentwurf des Bundeskabinetts der vergangenen Woche vor. Darin heißt es: Die "nach Landesrecht zuständige Behörde" dürfe bestimmte Daten "auch automatisiert, erheben, speichern und verwenden". Dazu zählen das Kennzeichen des Fahrzeugs, Bilder von Fahrzeugen und deren Fahrern, Angaben zu Ort und Zeit.

"Auch wenn das Ziel dieses Gesetzentwurfs, nämlich der Schutz von Mensch und Umwelt, absolut lobenswert ist, gestaltet sich der angedachte Weg leider verfassungswidrig", sagt Ulrich Schellenberg, Präsident des Deutschen Anwaltvereins, der Wochenzeitung DIE ZEIT. Juristisch brisant ist vor allem die Frage, wie lange die Bilder der Überwachung gespeichert werden. Ist der Fahrer berechtigt, die Straße zu benutzen, müsste sein Bild innerhalb von Sekunden gelöscht werden. Allerdings gibt es die entsprechende Software dafür noch gar nicht. Dieter Müller von der Sächsischen Hochschule der Polizei in Rotenburg/Oberlausitz hält den Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums aus diesem Grund ebenfalls für verfassungswidrig.      

Hamburger Bürgermeister will die SPD grüner machen

Hamburger Bürgermeister will die SPD grüner machen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher empfiehlt als Konsequenz aus den schlechten Umfragewerten für die SPD, "dass wir unsere Ziele zum Klimaschutz stärker herausstellen müssen, zum Beispiel in der Energiewende oder der E-Mobilität". Umweltthemen gewönnen im öffentlichen Bewusstsein stark an Bedeutung. "Es geht vielen materiell besser als früher", so Tschentscher in den Hamburg-Seiten der ZEIT. "Viele machen sich jetzt Gedanken, wie sie in der Großstadt gesund leben können, mit sauberer Luft und weniger Lärm. Das ist verständlich."

Als sein wichtigstes Thema nennt Tschentscher den Klimawandel. Gegenüber der ZEIT sagt er: "Die SPD ist eine Fortschrittspartei. Wir setzen auf technische Innovationen, nicht auf Holzschnitzel und Jutetüten. Ich bin überzeugt, dass wir Klimaschutz und Nachhaltigkeit letztlich nur durch Wissenschaft und Technologie erreichen können".

Soros-Stiftungschef freut sich auf Berlin und kritisiert Ungarns Regierung

Soros-Stiftungschef freut sich auf Berlin und kritisiert Ungarns Regierung

Patrick Gaspard, Präsident der Stiftung des Milliardärs und Finanzinvestors George Soros, hat erstmals Gründe für den Umzug des internationalen Büros der Stiftung von Budapest nach Berlin genannt. "Ich freue mich auf Berlin, eine Stadt, die, wie wir glauben, eine zentrale Rolle in den Debatten über die Zukunft der Demokratie spielen wird. In Deutschland empfindet man Kritik als einen Gewinn für die Demokratie, nicht als eine Bedrohung", so Gaspard gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Die Open Society Foundation von Soros setzt sich weltweit für Grundwerte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Rechtspopulistische Politiker wie der ungarische Regierungschef Viktor Orban haben dies als Einmischung in die inneren Angelegenheiten kritisiert.

Gaspard sagt, in Ungarn herrsche "ein Klima, das es uns schwer macht, für die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Daten zu garantieren", weshalb der Umzug nach Deutschland beschlossen worden sei. Soros sei für Politiker wie Orban ein willkommenes Feindbild, um von eigenen Fehlern abzulenken. Oft hätten Orbans Angriffe eine "antisemitische Komponente".

EU-Kommissarin Malmström beunruhigt über Lage in Brasilien

EU-Kommissarin Malmström beunruhigt über Lage in Brasilien

EU-Kommissarin Cecilia Malmström hat sich beunruhigt über die politischen Ereignisse in Brasilien gezeigt. Es gebe in dem Land "einige Entwicklungen, die uns Sorgen bereiten", sagt Malmström der Wochenzeitung DIE ZEIT.

In Brasilien hat der ultrarechte Kandidat Jair Bolsonaro die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Er hatte im Wahlkampf mit rassistischen Äußerungen für Aufmerksamkeit gesorgt und angekündigt, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Brasilien ist für die EU ein wichtiger Handelspartner. Mit dem südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur, dem Brasilien angehört, werden derzeit Handelsgespräche geführt.

Malmström sagt, für die EU sei es wichtig, dass neue Handelsverträge fair sind und Umwelt- und Sozialstandards achten. "Wir wollen eine wertebasierte Handelspolitik; wer mit uns ins Geschäft kommen will, der muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen", sagt sie. In diesem Zusammenhang drohte Malmström der Regierung von Myanmar wegen des Verdachts auf Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit den Rohingya mit dem Verlust seines besonders kostengünstigen Zugang zum europäischen Markt. "Es ist eine sehr reale Möglichkeit, dass wir dem Land die Handelsvorteile streichen."

Nato-Generalsekretär Stoltenberg: Neue russische Atomraketen sind eine Bedrohung Europas


Nato-Generalsekretär Stoltenberg: Neue russische Atomraketen sind eine Bedrohung Europas

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht in neuen Atomraketen Russlands eine Bedrohung Europas. In einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT sagt Stoltenberg, der Vertrag über das Verbot landgestützter Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) sei "wirklich in Gefahr". Das Problem seien "die Produktion und die Stationierung von mehr und mehr russischen Raketen. Diese gefährden die Vereinbarung."

Stoltenberg sagt gegenüber der ZEIT: "Es geht um mobile Raketen, die leicht zu verbergen sind und die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden können; sie verkürzen die Vorwarnzeit auf Minuten und können Städte wie Berlin erreichen."
US-Präsident Donald Trump hatte Ende Oktober erklärt, den INF-Vertrag aufkündigen zu wollen. Stoltenberg möchte das Abrüstungsabkommen gern retten, "aber nicht auf dem Papier, sondern in der Wirklichkeit". Die Schuld an einem möglichen Zerbrechen des Vertrages gibt er Russland. "Die USA halten sich an den Vertrag, es gibt keine neuen amerikanischen Atomraketen in Europa. Aber es gibt neue russische Raketen."

Die Nato wolle auf die russischen Raketen nicht mit entsprechenden Waffensystemen antworten, sagt der Nato-Generalsekretär. "Wir haben nicht die Absicht, neue Atomraketen in Europa zu stationieren. Gleichzeitig müssen wir die Sicherheit aller Verbündeten sicherstellen."