Konzertunternehmer Peter Schwenkow wurde von den Rolling Stones gerettet

Erstmals spricht der Berliner Konzertunternehmer Peter Schwenkow über die schwere Krise seiner Firma Deag, die 2001 vor dem Bankrott stand. Dem ZEITmagazin sagt er: "Im Nachhinein ist man immer schlauer." Damals, so Schwenkow, habe am Neuen Markt "eine im doppelten Sinne irre Euphorie" geherrscht: "Es gab zwei Maximen: Wachsen, wachsen, wachsen! Und: Schulden, Schulden, Schulden! Hauptsache, Wachstum", so der 64-Jährige.

Als die Deag nach ihrem Börsengang die Musicalfirma Stella übernehmen wollte, habe er das persönlich mitfinanziert: "Weil die Deag nicht das nötige Geld für die Übernahme der Stella hatte, habe ich mir damals 46 Millionen D-Mark geliehen und dieses Geld der Deag zur Verfügung gestellt, um die Stella kaufen zu können", sagt Schwenkow. Dass für die Stella kurz darauf ein Insolvenzantrag gestellt werden musste, sei "bitter" gewesen, so Schwenkow, "aber ich mache niemandem Vorwürfe, außer mir selbst".

Durch die Stella-Insolvenz, sei er "am Boden zerstört" gewesen. Doch dann habe Bundespräsident Johannes Rau angerufen und ihm gesagt, dass die Situation "kein Beinbruch" sei. Schwenkow: "Johannes Rau war, abgesehen von meiner Familie, der Erste und Einzige, der mir Mut zugesprochen hat."

Wegen der Schulden habe er seine Oldtimer-Sammlung verkauft. Schwenkow weiter: "Ich kann wirklich sagen, dass ich mit meinem privaten Geld den Laden saniert habe." Gerettet hätten ihn dann vor allem die Rolling Stones mit ihrer Tournee 2002: "Normalerweise musst du den Stones vor der Tour die komplette Gage vorab überweisen", erzählt Schwenkow. Diese Summe habe der damalige Tourneeveranstalter der Stones für ihn gezahlt. "Und plötzlich waren nicht nur die Stones wieder da, sondern auch wir mit der Deag. Das war der Wendepunkt", so Schwenkow. Heute sei Deag einer der zehn größten Live-Entertainment-Konzerne der Welt.