Leipzig-Trainer Rangnick litt unter Versagensangst

Im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT bezeichnet Ralf Rangnick, Sportdirektor und Cheftrainer von RB Leipzig, eine schwere Krankheit seiner Mutter als prägendes Erlebnis seines Lebens. "Ich musste in meinem Leben früh Verantwortung übernehmen, war schon als Kind in einer Art Erwachsenenrolle", sagt der 60-Jährige. "Ich war Einzelkind, mein Vater ging morgens zur Arbeit und gab mir häufig mit auf den Weg: ‚Pass bitte gut auf Mama auf‘." Er litt unter Versagensängsten und Schlafstörungen. Diese persönlichen Erfahrungen machten ihn im Umgang mit seinen Spielern heute feinfühlig. "Der Mensch, die Familie kommen für mich immer an erster Stelle. Wenn ich feststelle, ein Spieler hat große persönliche Probleme oder wird zu Hause dringend gebraucht, hat das Vorrang", so Rangnick.

In der ZEIT blickt der Trainer auch auf die Phase seines Burnouts zurück: "2011 war ich an dem Punkt angelangt, an dem ich keine Energie und keinen inneren Antrieb mehr hatte", sagt er. "Ich wäre morgens am liebsten im Bett geblieben. Das hat mich extrem irritiert, ich kannte das nicht." Er trat damals aufgrund seiner Erkrankung als Trainer von Schalke 04 zurück. "Wenn ich weitergemacht hätte, wäre vielleicht noch Schlimmeres passiert."