Wissenschaftler aus aller Welt wollen neuen Umgang mit der Kolonialgeschichte

Die aktuelle Diskussion zur Rückgabe von kolonialem Raubgut geht in eine neue Runde. In der der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT fordern mehr als achtzig Wissenschaftler aus aller Welt einen völlig neuen Umgang mit Europas Kolonialgeschichte – Rückgabe allein reiche nicht mehr.

In ihrem Appell verlangen die Unterzeichner unter anderem eine zentrale Institution zur Provenienzforschung und eine grundlegende Neuorientierung in der Aufarbeitung. Dazu müssten Museen, politische Stiftungen, aber auch Einzelinitiativen in internationalem Maßstab unterstützt werden und neue Lernorte entstehen. Vor allem in den Lehrplänen der Schulen sollte die Kolonialgeschichte einen größeren Raum einnehmen als bisher.

Initiiert wurde der Appell von den Historikerinnen Rebekka Habermas (Göttingen), Ulrike Lindner (Köln) und drei weiteren in Deutschland lehrenden Wissenschaftlern.