Prominente stellen ihren persönlichen Bildungskanon vor 

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT empfehlen Prominente Werke, die zu ihrem ganz persönlichen Bildungskanon gehören würden. 

Die Rapperin und Wissenschaftlerin Reyhan Şahin alias Lady Bitch Ray würde Berichte über die NSU-Morde in ihren Kanon aufnehmen. Außerdem: "Ein Must-know für die Zukunft ist ein dickes Buch über Rassismus, Kolonialismus, Feminismus, Sexismus und Intersektionalität." Darin sollten auch Gotthold Ephraim Lessing, Judith Butler und Frantz Fanon vertreten sein. 

Der Kabarettist Florian Schroeder empfiehlt, Carl Schmitt zu lesen, "Kronjurist der Nazis, eine Art Steve Bannon der 1920er-Jahre". Schroeder sieht Schmitt als "Mephisto der Gegenwart. Ihn zu verstehen heißt, aus dem Bannkreis der eigenen Echokammern zu treten, getreu Nietzsches Diktum: ‚Ich impfe Euch mit dem Wahnsinn‘." 

Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan empfiehlt die biblischen Psalmen: "In diesen Texten finden wir menschliches Leben in seiner ganzen Größe und Tragik, mit all seinen Höhen und Tiefen wieder", so Schavan. 

Die Moderatorin Sophie Passmann setzt den Roman "Unendlicher Spaß" des amerikanischen Autors David Foster Wallace auf ihre Bildungsliste. "Diese Literatur ist so unzugänglich, dass man danach zur Entspannung Thomas Mann lesen kann. Mit ‚Unendlicher Spaß‘ habe ich die Abkehr vom Bekömmlichen vollzogen". 

Der Aufsichtsratsvorsitzende von e.on und Lufthansa, Karl-Ludwig Kley, rät zu einer Abiturreise nach Italien, auf der man Bücher von Paul Ginsborg, Roberto Zapperi, Francesca Melandri und Joachim Fest dabei haben solle. 

Für die Schriftstellerin Olga Grjasnowa gehört Russisch als ihre Familiensprache in den persönlichen Kanon.