Pastor der St.-Pauli-Kirche in Hamburg wehrt sich gegen Angriffe

Nach dem Doppelmord am Hamburger Jungfernstieg wehrt sich der Pastor der St.-Pauli-Kirche gegen Anfeindungen. "In den sozialen Medien wird dem Rassismus freier Lauf gelassen und die Kirche, die sich an die Seite der Geflüchteten stellt, beschimpft und bedroht", sagt Sieghard Wilm in den Hamburg-Seiten der ZEIT. "Da haben sich die Leute richtig zur Hetze verabredet."

Der mutmaßliche Täter Mourtala M. gehörte zur Gruppe der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge, die 2013 und 2014 auf dem Gelände der St.-Pauli-Kirche schliefen. M. erstach am vergangenen Donnerstag am S-Bahnsteig Jungfernstieg seine Ex-Freundin und die gemeinsame einjährige Tochter. "In den Medien heißt es, ich hätte dieser Person und den anderen Kirchenasyl gewährt", so Wilm gegenüber der ZEIT. "Das allein ist völlig falsch, das hatte nichts mit Kirchenasyl zu tun." Vielmehr habe es sich um humanitäre Nothilfe gehandelt. Die Kirche habe Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung für die Flüchtlinge angeboten.