Verstoßener Priester kritisiert Kardinal Marx

Der katholische Priester Gotthold Hasenhüttl greift in der Wochenzeitung DIE ZEIT die Katholische Kirche und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz scharf an: "Die Repräsentanten der heiligen katholischen Kirche glauben wirklich, dass sie über alles bestimmen dürfen. Doch ich glaube, Herrschaft über Menschen ist immer unheilig." Seine "Skepsis der Institution gegenüber" sei "heute größer denn je". Der heutige Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx hatte Hasenhüttl vor 15 Jahren als Priester suspendiert und ihm die Lehrerlaubnis für katholische Theologie entzogen. "Inzwischen macht sich Marx genau dafür stark, wofür er mich einst maßregelte: Eucharistie für Protestanten", kritisiert Hasenhüttl, der bereits im Jahr 2003 die Protestanten zur katholischen Eucharistie eingeladen hatte. Er schreibt: "Das war Ungehorsam gegen die Lehre meiner Kirche, und später bescheinigte sie mir auch noch, ich würde Irrlehren verbreiten." Nun, da die angebliche Irrlehre offizieller Kurs wird, moniert Hasenhüttl: "So viel Macht macht mich wütend." Hasenhüttl trat 2010 aus Protest aus der katholischen Kirche aus.