Mike Krüger: "Die Staus sind extrem nervig" 

Fünfzig Jahre nach dem Beginn der Bauarbeiten am neuen Elbtunnel erinnert sich Komiker Mike Krüger an seine Zeit auf der Baustelle. "Als Lehrling ist man ein Jahr Flechter, was man daran merkt, dass man ein Jahr voll von Rost ist", erzählt er in einem Gespräch den Hamburg-Seiten der ZEIT. "Man hat ziemlich kaputte Hände, weil man hauptsächlich Eisenstücke mit Eisendraht zusammenbindet." Krüger fing bereits morgens um sieben Uhr an. "Wenn man das acht Stunden macht, geht man auch in gebückter Haltung ins Auto, steigt gebückt aus, bis man zu Hause versucht, sich in der Badewanne wieder geradezubiegen." 

Schon damals machte Krüger unter den Lehrlingen gerne Scherze. "Einer meiner Lieblingswitze, der immer noch gut ankommt, ist: ‚Kommt ’n Schornsteinfeger in die Kneipe. Sagt der Wirt: Der geht aufs Haus.‘" Er war später als Kabarettist und Sänger viel unterwegs mit seinen Programmen. In dieser Zeit sei er sehr dankbar gewesen, dass es den Elbtunnel gab, sagt Krüger. "Er gab mir immer ein tolles Gefühl, wenn ich zurückfuhr: Der Hafen, der Tunnel – cool, jetzt bin ich wieder zu Hause!" 

Heute hat er nicht mehr ein so positives Gefühl, wenn er an den Elbtunnel denkt. "Zum Glück saß ich nie mittendrin fest", sagt Krüger. "Ich bin heilfroh, heute nicht mehr auf Tournee zu sein. Ich fahre kaum noch die A7. Die Staus sind extrem nervig." Deshalb schlägt er eine radikale Lösung vor: "Meine große Hoffnung ist, dass wir irgendwann einen zweiten alten Elbtunnel haben – nämlich den, den wir jetzt befahren. Die Elbe überqueren wir dann auf einer 14-spurigen Brücke. Den Elbtunnel aber nutzen wir nur noch als riesige Party-Location."