Langsam, aber stetig ziehen sie in Deutschlands Keller ein: Blockheizkraftwerke, die nicht nur Wärme, sondern auch Strom erzeugen. Die Anlagen, etwa so groß wie ein Tiefkühlschrank, besitzen einen kleinen Motor, der mit Gas oder Öl läuft. Läuft der Generator und produziert Strom, so wird die Wärme aufgefangen und in einem gut isolierten Wassertank gespeichert.

Dieses Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, egal in Mini- oder Kraftwerksgröße, verzückt Energieexperten und Klimaschützer. Denn die Anlagen kommen auf einen Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent, verbrauchen die Energie also besonders sparsam. Nur zum Vergleich: Bei einem Kohlekraftwerk, dass ausschließlich Strom produziert, verpuffen etwa 60 Prozent der Energie.

Etwa 25.000 Mini-Blockheizkraftwerke gibt es mittlerweile in Deutschland, schätzt das Unternehmen Senertec. Es ist Marktführer in diesem Bereich und stellt den "Dachs" her, ein Mini-BHKW für den Keller mit einer elektrischen Leistung von fünf Kilowatt und zwölf Kilowatt thermischer Leistung. Rund 3000 Anlagen verkauft das Unternehmen im Jahr, die Lieferfristen betragen wegen der hohen Nachfrage inzwischen mehrere Monate. Von Krise ist in Schweinfurt keine Spur. "Wir produzieren eine nachhaltige Technologie", sagt Firmensprecher Michael Mark, "in der Wirtschaftskrise investieren die Menschen in ihr eigenes Zuhause." Dafür nehmen sie auch gerne Geld in die Hand: rund 25.000 Euro kostet der Dachs. Ökonomisch macht die Investition Sinn, weil den Betreibern besondere Vergütungen winken.

Jetzt sollen diese Effizienzwunder noch besser werden. Denn Energieversorger wollen in ein neues Geschäftsmodell einsteigen und die Mini-Kraftwerke untereinander vernetzen. So ließe sich ein Problem zumindest teilweise überbrücken, das Windmüller seit Jahren umtreibt: Woher den Strom nehmen, wenn kein Wind weht?

Die Idee ist simpel:  Bei einer Flaute im Sommer könnte der Betreiber das Blockheizkraftwerk anschmeißen. Der Strom wird zu lukrativen Preisen - schließlich wäre er ja knapp – ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Und die Wärme, die zwangsläufig auch bei Betrieb anfällt, ließe sich im Wassertank speichern.