Die Bundesregierung rechnet im kommenden Jahr mit einem Aufschwung in Deutschland. Für 2010 sagt sie in ihrer Herbstprognose ein Wachstum von 1,2 Prozent voraus. Bislang hatte sie ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Für dieses Jahr wird mit einem Einbruch von nur noch 5,0 Prozent gerechnet, gegenüber 6 Prozent, wie bislang prognostiziert.

Die Talsohle sei im Sommer durchschritten worden, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Vorstellung der Prognose. "Die Chancen stehen gut, dass wir im nächsten Jahr den Aufwärtskurs festigen können."

Die Regierung schließt sich damit den Prognosen der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute an. Die Ökonomen hatten am Donnerstag ihr Herbstgutachten vorgelegt. Auf dieser Grundlage wagen die Steuerschätzer im November eine Vorhersage für die Entwicklung des Staatseinnahmen. Daran wiederum wird der Bundeshaushalt der neuen Regierung ausgerichtet.

Die Wirtschaftsexperten warnten die künftige schwarz-gelbe Koalition vor Steuersenkungen auf Pump. Um die Staatskassen zu sanieren, müsse der Bund in den nächsten vier Jahren mindestens 30 Milliarden Euro einsparen. 

Guttenberg sprach sich dagegen für Entlastungen von Bürgern und Unternehmen aus. "Nur wenn wir Bürger und Wirtschaft entlasten und die Wege zu neuen Zukunftschancen ebnen, werden wir die Krise erfolgreich meistern." Angesichts der angespannten öffentlichen Finanzen bleibe Haushaltsdisziplin aber eine Selbstverständlichkeit.

Allerdings hatte aich der Wirtschaftsminister schlechte Nachrichten. So rechnet die Regierung trotz der Konjunkturerholung mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Erwerbslosen werde in diesem Jahr um rund 190.000 auf knapp 3,5 Millionen zunehmen und 2010 auf 4,1 Millionen steigen. Zugleich betonte Guttenberg: "Negativprognosen von über fünf Millionen Arbeitslosen – wie sie auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise gehandelt wurden – sind aber mittlerweile gänzlich unwahrscheinlich".