Bremerhaven hat große Pläne. Ein neues Terminal soll her, wo tonnenschwere Offshore-Windanlagen zusammengebaut und verschifft werden können. "Wir haben die Produzenten von Windanlagen hier, aber sie brauchen bessere Transportmöglichkeiten für die Verladung der Windräder", sagt Nils Schnorrenberger von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung.

Rund 150 Millionen Euro könnte der neue Hafen kosten. Wer ihn finanziert – das Land oder private Investoren – ist zwar noch völlig offen. Aber Bremen meint es ernst. Sogar Teile des Containerterminals in Bremerhaven könnten für die neue Anlage weichen. Bis Mitte kommenden Jahres soll die Stadt eine Entscheidung über den Bau treffen. "Die weitere Entwicklung der Offshore-Windenergiewirtschaft bedeutet für Bremen und Bremerhaven eine große Chance, eine neue und zukunftsträchtige Technologie an den Standort zu binden", schwärmt der Bremer Staatsrat für Wirtschaft, Heiner Heseler, "wir wollen für dieses wesentliche Infrastrukturprojekt gründlich, aber so schnell wie möglich die Voraussetzungen schaffen."

Entlang der Nordseeküste werden die Pläne der Bremer scharf verfolgt. Denn zwischen Dollart und Elbe hat das Buhlen der Hafenstädte um die Ansiedlung von Windkraftfirmen und ihrer Zulieferer begonnen. Die ersten Experten warnen bereits, dass nicht jede Hafenstadt ihr eigenes Süppchen kochen solle. Denn auch das Ausland steht parat und will von den gigantischen Windfarmen in der Nordsee profitieren.

Vor allem Emden und Cuxhaven haben sich bislang als wichtige Ausliefer-Häfen für Windräder etabliert. Von Emden aus verschifft Enercon, Spezialist für Anlagen an Land, seine grün-weiß gestreiften Windräder in die ganze Welt. Zukünftig werden auch die Arbeiter der Nordseewerke statt Schiffsrümpfen Windräder bauen, denn Thyssen Krupp hat die Traditionswerft an den Windkraftanlagen-Produzenten Siag verkauft.