In der dritten Verhandlungsrunde haben sich die Tarifparteien geeinigt. Die 130.000 Tarifbeschäftigten der Post erhalten wie geplant ab Dezember drei Prozent mehr Gehalt, teilte die Gewerkschaft ver.di mit. Die Tarifkommission habe der Abmachung einstimmig zugestimmt. Der Vorstand der Post wollte die bereits im Frühjahr 2008 vereinbarte Erhöhung stoppen oder zumindest verschieben.

Zudem einigten sich beide Parteien für die Jahre 2010 und 2011 auf eine Nullrunde beim Lohn. Die Gewerkschaft verzichtet damit auf eine lineare Entgelterhöhung im Dezember 2010. Stattdessen werde es eine Einmalzahlung von 320 Euro geben. Briefzusteller erhalten bis zum Juni 2011 auch keine Zuschläge mehr für Überstunden. Längere Arbeitszeiten müssen die Postbeschäftigten nicht befürchten. Die allgemein verbindliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche bleibt bestehen.

 
Außerdem einigten sich die Tarifparteien über Aufträge an Fremdfirmen. Künftig können Fremdfirmen in 990 Bezirken Paketdienste übernehmen. Bisher war dies nur in 880 Bezirken möglich. Die Ausweitung der Fremdvergabe im Paket- und Transportbereich führt zu einer Kostensenkung in Höhe von 140 Millionen Euro im Jahr 2010 und rund 230 Millionen Euro im Jahr 2011.

Im Briefgeschäft werde es jedoch keine Fremdvergabe geben. Die Gewerkschaft verhinderte damit, dass der Konzern Aufträge für die Briefzustellung an billigere Dienstleister vergibt, um Kosten zu drücken. ver.di wollte erreichen, möglichst viel Arbeit im Konzern zu halten.