Die Sorge um ihren Arbeitsplatz drückt den US-Verbrauchern kräftig aufs Gemüt. Das Konsumentenvertrauen trübte sich im Oktober überraschend ein, der Index für das Verbrauchervertrauen sank um 5,7 auf 47,7 Zähler, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit Juli. Analysten wurden von den Daten überrascht, da sie mit einer stabilen Verbraucherstimmung gerechnet hatten. Die Aktienmärkte in den USA und in Europa reagierten mit Verlusten.

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit treibt immer mehr Amerikaner um: Fast jeder zweite Befragte gibt an, dass es momentan schwierig sei, an einen Job zu kommen. Die derzeitige Lage schätzen die Verbraucher so düster ein wie seit 26 Jahren nicht mehr. Auch die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilen die Konsumenten weniger rosig. Zudem erwarten sie, dass darunter auch ihre Einkommen leiden werden. "Diese Stimmung wird wahrscheinlich auch das Weihnachtsgeschäft belasten", warnte Studienleiterin Lynn Franco.

"Der Verbraucher sieht noch kein Ende der Rezession", sagte Steve Goldman von Weeden & Co. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Im September war die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren gestiegen. Zugleich beschleunigte sich der Jobabbau. Seit Ausbruch der Rezession in den USA Ende 2007 sind der Krise bereits 7,6 Millionen Arbeitsplätze zum Opfer gefallen.

Auf dem schwer gebeutelten Wohnimmobilienmarkt mehren sich jedoch die Zeichen für eine Stabilisierung: Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Ballungsräumen sind im August den vierten Monat in Folge gestiegen. Einfamilienhäuser in den 20 größten Städten kosteten 1,2 Prozent mehr als im Juli, wie aus dem Index von Standard & Poor's hervorgeht. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Binnen Jahresfrist fielen die Preise um 11,3 Prozent und damit weniger stark als erwartet.

Seinen Höhepunkt hatte der US-Immobilienboom 2006 erreicht. Das Platzen der Blase am US-Wohnimmobilienmarkt gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise.