Der deutsche Einzelhandel erwartet angesichts der Wirtschaftsflaute ein etwas schwächeres Weihnachtsgeschäft. Für diesen November und Dezember werde ein Umsatz 73 Milliarden Euro angepeilt, teilte der Dachverband HDE am Donnerstag in Berlin mit. Dies wären rund 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 74,2 Milliarden Euro. Die Verbraucherstimmung dürfte sich im Advent im Vergleich zum bisherigen Jahresverlauf aber etwas aufhellen.

Von den geplanten Steuerentlastungen 2010 erhoffen sich die deutschen Einzelhändler nur wenig Impulse für ihr Geschäft. Es sei zu befürchten, dass auch die Erleichterungen in Milliardenhöhe dem privaten Konsum "noch nicht auf die Sprünge helfen werden", erklärte der HDE weiter. "Die Mehrzahl der Einzelhandelsunternehmen rechnet daher für 2010 mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation gegenüber diesem Jahr", sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Auch von der leichten gesamtwirtschaftlichen Erholung werde der Einzelhandel im nächsten Jahr wahrscheinlich kaum profitieren. Der Verband rechnet außerdem damit, dass steigende Arbeitslosigkeit Konsumspielräume einengt. Zudem werde dadurch die Verbraucherstimmung gedrückt. Auch die moderate Preisentwicklung werde die Konsumstimmung nicht stützen.

Für den 1. Dezember hat das Bundesverfassungsgericht sein Urteil über die Klage der Kirchen gegen die Berliner Sonntagsregelung angekündigt. Dabei geht es um die Frage, ob in Berlin die zehn verkaufsoffenen Sonntage, die die vier Adventssonntage umfassen, dem Grundgesetz entsprechen.

Ein besonderer Schutz der Adventssonntage sei im Grundgesetz nicht vorgesehen, so Sanktjohanser. Auch die Praxis der vergangenen beiden Jahre habe gezeigt, dass sich die Berliner Regelung bewährt habe. Sie bringe den Unternehmen wichtige zusätzliche Umsätze und werde besonders in der Vorweihnachtszeit von den Kunden als weitere Einkaufsmöglichkeit geschätzt.