Bauern aus ganz Spanien haben für höhere Agrarpreise demonstriert. Unter dem Motto "Die Landwirtschaft steht vor dem Ruin, bewegt euch" gingen die Landwirte in Madrid auf die Straße. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE nahmen an der Kundgebung, der größten Bauerndemonstration seit Jahrzehnten, mehr als 100.000 Landwirte teil. Die Demonstranten protestierten am Samstag dagegen, dass ein großer Teil der Betriebe aufgrund der derzeitigen Agrarpreise nicht mehr rentabel arbeiten könne.

Zu der Kundgebung unter dem Motto "Für gerechte Preise" hatten die großen spanischen Bauernverbände und mehr als 3000 Genossenschaften aufgerufen. Die Organisatoren betonten, die Agrarpolitik der EU treibe die spanischen Landwirte in den Ruin. Die Ausgaben der Bauern für Maschinen, Dünger und Saatgut seien in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Dagegen seien die Erzeugerpreise gesunken, die die Landwirte für Produkte wie Milch, Getreide, Zitrusfrüchte, Weintrauben oder Öl erhielten.

Der Generalsekretär des Bauernverbandes COAG, Miguel López, sagte zum Beginn der Demonstration der spanischen Zeitung El País: "Der Staat kann nicht erlauben, dass Staatsgelder dafür verwendet werden, ein produktives Gewerbe zu demontieren."

Die Demonstranten liefen zwischen fünf Traktoren und aufgeblasenen Kühen. Der Ärger der Teilnehmer richtete sich primär gegen die Landwirtschaftsministerin Elena Espinosa. In gemeinsamen Rufen wurde sie als Betrügerin und als unfähig bezeichnet.

Schon am Freitag hatten bereits Zehntausende von spanischen Bauern in einer landesweiten Protestaktion die Arbeit niedergelegt, sich auf Dorfplätzen versammelt und mit ihren Traktoren Landstraßen blockiert.