Die größte Volkswirtschaft der Welt hat den Zahlen nach die Rezession überstanden – allerdings schwächer als zunächst erwartet. Nach Angaben des Handelsministeriums in Washington legte das Bruttoinlandsprodukt der USA auf das ganze Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent zu – 0,7 Prozentpunkte weniger als im Oktober geschätzt.

Dennoch bezeichnen Ökonomen diese revidierten Zahlen als Erfolg. Zuvor war die US-Wirtschaft vier Quartale nacheinander geschrumpft und erlebte damit den längsten Abschwung seit Einführung der Quartals-Statistik 1947. In den zwölf Monaten bis Juni ging die Wirtschaftsleistung als Folge der verheerenden Finanzkrise um 3,8 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,2 Prozent, der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren.

Die amerikanische Wirtschaft hängt zu rund 70 Prozent vom privaten Konsum ab. Und so liegt die Korrektur der Konjunkturzahlen nach unten vor allem darin begründet, dass die US-Verbraucher weniger einkaufen als erwartet. Wie das Forschungsinstitut Conference Board berichtet, bleiben die Amerikaner zudem "sehr pessimistisch", was die Entwicklung des eigenen Einkommens angeht. In die Weihnachtszeit gingen sie "in einer von Sparsamkeit geprägten Stimmung". 

Auch ein größeres Handelsdefizit ist verantwortlich für die moderateren Konjunkturdaten. Die Einfuhren schnellten im Sommer um mehr als ein Fünftel in die Höhe und stiegen damit deutlich stärker als zunächst angenommen. Das alleine drückte die Wirtschaftsleistung um 2,53 Prozentpunkte.

Zudem war der Rückgang bei Gewerbeimmobilien stärker als zunächst geschätzt und auch der Wohnimmobilienmarkt erholte sich weniger stark als angenommen. Dennoch trug der Wohnbau erstmals seit 2005 wieder zum Wachstum bei.

Somit geht der US-Aufschwung vorerst noch vor allem auf die milliardenschweren Hilfsprogramme von US-Regierung und Notenbank zurück. Besonders der Erfolg der Abwrackprämie nach deutschem Vorbild – in den USA firmiert sie unter dem Begriff "Cash for Clunkers" – trug Fachleuten zufolge im dritten Quartal deutlich zum Plus bei.