Der größte Windpark der Welt steht mitten in Texas. In der Nähe der Kleinstadt Roscoe produzieren 627 gigantische Windturbinen umweltfreundlichen Strom. Verteilt auf eine 400 Quadratkilometer große Fläche können sie mehr als 230.000 Haushalte mit Energie versorgen. Hinter dem Milliardenprojekt steht ein deutscher Konzern: der Energieriese E.on. Der Stromproduzent mit Sitz in Düsseldorf stellt derzeit überall auf der Welt Turbinen auf – auf dem Land, auf dem Meer, wo immer der Wind stark genug ist.

Der wichtigste Wachstumsmarkt ist Amerika, und dort vor allem Texas. In dem Bundesstaat stehen vier von sechs bereits fertig gestellten E.on-Windparks in den USA. Die Region ist besonders geeignet, denn so windig wie dort ist es nur an wenigen Orten auf der Welt. Ein weiterer Vorteil des Standortes sei das "attraktive Investitionsklima", teilte E.on unlängst mit.

Präsident Barack Obama fordert und fördert Ökostrom. Bis 2012 soll dessen Anteil auf zehn Prozent steigen und bis 2025 dann ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs ausmachen. 35 amerikanische Bundesstaaten bauen derzeit ihre Kapazitäten bei den erneuerbaren Energien aus. E.on hofft daher auf weitere Großprojekte. "Es ist uns gelungen, unter die Top 10 der weltweit führenden Windkraftbetreiber aufzusteigen – und wir wollen noch weiter", heißt es aus der Düsseldorfer Zentrale.

Auf dem Weg an die Spitze stellt sich E.on nun allerdings ein mächtiger Gegner mit ausgesprochen kurzen Beinen in den Weg. Tympanuchus pallidicinctus lebt vor allem dort, wo das Konfliktpotenzial bislang überschaubar schien – in den menschenleeren Weiten von Texas, New Mexico und Oklahoma. Nur fühlt sich das lesser prairie chicken, das Kleine Präriehuhn, ausgerechnet genau dort am wohlsten, wo besonders viel Wind weht.