Der in Geldnöte geratene Staatsfonds Dubai World will Investoren und Gläubiger mit einem umfassenden Sanierungsplan beruhigen. Damit der Plan aufgeht, wie es sich die Scheichs und ihre Berater vorstellen, müssten die Banken den angeschlagenen Unternehmen des arabischen Konglomerats allerdings einen Zahlungsaufschub gewähren. Am Montagabend teilte Dubai World mit, der Fonds verhandele bereits mit Gläubigerbanken über die Umschuldung von Krediten in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar.

Von der Umstrukturierung des Unternehmens sind den Angaben zufolge die Holding sowie die Immobilientöchter Nakheel und Limitless World betroffen. Erstmals ist nun auch die Rede davon, dass der Konzern Teile seines Anlagevermögens verkaufen will. Die Regierung des Emirats, das Teil der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist, hatte zuvor erklärt, dass sie nicht bereit sei, für die Schulden von Dubai World einzustehen.

Die Aktienkurse an den Börsen von Dubai und Abu Dhabi, die am Montag abgestürzt waren, gaben auch am Dienstag noch einmal nach. In Dubai verlor der Index bis zum Mittag rund 6 Prozent, in Abu Dhabi 4,6 Prozent. In Katar, wo die Börse am Montag wegen eines Feiertages geschlossen war, brachen die Kurse um mehr als acht Prozent ein. In Dubai und Abu Dhabi haben die Börsen wegen des Nationalfeiertags von diesem Mittwoch an bis inklusive Samstag geschlossen.

Die Anleger in Saudi-Arabien, dem bevölkerungsreichsten Land der Arabischen Halbinsel, hatten bislang noch keine Gelegenheit, auf die negativen Schlagzeilen aus Dubai zu reagieren. Denn in dem islamischen Königreich ist die Börse wegen eines religiösen Feiertags seit der vergangenen Woche geschlossen. Der Aktienhandel beginnt in Saudi-Arabien erst wieder am kommenden Samstag.

Besonders drängend sind die Probleme derzeit bei Nakheel. Das Unternehmen, das mit der künstlichen Insel in Palmenform international bekannt geworden war, müsste eigentlich am 14. Dezember einen sogenannten "Sukuk" – eine islamische Anleihe – in Höhe von sechs Milliarden Dollar zurückzahlen.

Dubai World hatte vergangene Woche die Märkte schockiert, als es seine Gläubiger um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub bat. Die Holding hat insgesamt Schulden von knapp 60 Milliarden Dollar. Analysten hatten wegen der wenig transparenten Informationspolitik der Verantwortlichen in Dubai allerdings befürchtet, die Lage der Dubai-World-Unternehmen könnte noch schlechter sein.