Wie ZEIT ONLINE aus Finanzkreisen erfuhr, gibt es in der Regierung die Überlegung, einen Sicherungsfonds für den Finanzsektor einzurichten. Die Banken würden dazu gezwungen, in den Fonds einzuzahlen, der dann bei der Schieflage eines Finanzinstituts einspringt.

Eine endgültige Entscheidung ist demnach aber noch nicht gefallen, auch über die genaue Ausgestaltung wird noch diskutiert. In der Koalition will man auch einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) abwarten, der verschiedene Modelle der Lastenverteilung analysiert. Die IWF-Ökonomen arbeiten noch an der Untersuchung, die sich auf Wunsch der Europäer auch mit einer Finanztransaktionssteuer beschäftigt. Sie soll nach Fertigstellung im Rahmen der G 20 diskutiert werden.

Als denkbar gilt, dass auf internationaler Ebene ein Baukasten mit verschiedenen Regulierungselementen verabschiedet wird, die die Staaten je nach heimischen Gegebenheiten anwenden. Großbritannien hat bereits angekündigt, Bonuszahlungen zu besteuern, während die USA eine Gebühr auf das Fremdkapital der Banken erheben.

Auch der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) sprach sich dafür aus, die Banken an künftigen Rettungskosten zu beteiligen. "Eine Banken-Abgabe, wie US-Präsident Barack Obama sie vorschlägt, hat mehr Charme als eine Börsenumsatzsteuer", sagte er der Rheinischen Post. "Eine solche Abgabe wäre prinzipiell auch in Deutschland vorstellbar."

Ähnlich äußerte sich der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich. "Es geht nicht, dass es Banken gibt, die im Notfall immer vom Steuerzahler gerettet werden müssen, weil dies sonst Folgeschäden hätte, die keiner verantworten kann", sagte er der Zeitung. Ein Banken-eigener Krisenfonds für Europa müsse deshalb ernsthaft diskutiert werden.