Griechenland hat wenige Tage nach der Einigung der Euro-Länder auf einen Notfallplan eine neue Staatsanleihe auf den Weg gebracht. Die Anleihe laufe bis 20. April 2017 und sei mit einem Zins-Kupon von 5,9 Prozent ausgestattet, teilte die staatliche Schuldenagentur PDMA in Athen mit.

Insgesamt fünf Milliarden Euro leiht sich Griechenland bei den Investoren. Deren Interesse an griechischen Staatstiteln hielt sich jedoch in Grenzen: Die Nachfrage war Bankenkreisen zufolge deutlich geringer als bei der Emission einer zehnjährigen Anleihe vor wenigen Wochen. Zudem dürften die relativ hohen Zinszahlungen das Land noch auf Jahre belasten.

Grundsätzlich wurde die Emission jedoch an den Märkten positiv aufgenommen. Der Euro stabilisierte sich, die US-Börsen öffneten im Plus. Allerdings kamen die griechischen Staatsanleihen unter Druck. Das jüngste Papier wird mit 5,9 Prozent Zinsen ungefähr doppelt so teuer wie vergleichbare deutsche Anleihen.

Regierungsvertreter hatten die Zusatzkosten kürzlich auf 500 Millionen Euro pro Jahr beziffert, sollten die Zinsen in diesem Jahr nicht wieder sinken. Die Kosten wären nach Einschätzung von Analysten aber wohl noch höher, wenn es kein Euro-Rettungspaket gegeben hätte. Auch dürfte sich die Lage in den kommenden Monaten entspannen: Die Rekapitalisierungskosten dürften sinken, sobald die Märkte Vertrauen in die Sparmaßnahmen der Regierung in Athen setzten, sagte Bundesbank-Chef Axel Weber der japanischen Zeitung Nikkei.

Viel Zeit haben die Griechen nicht: Allein bis Ende Mai braucht die Regierung in Athen 23 Milliarden Euro, um auslaufende Anleihen bedienen zu können. Ungefähr sieben Milliarden Euro davon könnten durch Barreserven beglichen werden, sagte der Chef der griechischen Schuldenagentur, Petros Christodoulou kürzlich, dazu kommen die fünf Milliarden Euro der jüngsten Anleihe. Bis Jahresende braucht das Land Experten zufolge 55 Milliarden Euro.

Anzeichen, dass Griechenland auf Hilfsgelder zugreifen müsse, gebe es nicht, sagte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bei einem Besuch in Polen. "Ich hoffe, dass die EU-Strategie aufgeht." Der IWF sei bereit, Griechenland zu helfen. "Aber es ist im Moment noch nicht offensichtlich, dass diese Unterstützung notwendig ist." Der Fonds befinde sich "in perfekter Harmonie" mit der EU über den Schuldenplan Griechenlands.

Sollte Griechenland sich nicht mehr selbst refinanzieren können, springen die Euro-Länder und der IWF ein. Der größte Teil der Hilfen käme dabei aber durch bilaterale Kredite von den Ländern der Währungsunion, nur ein Drittel vom IWF. Dabei sind immer noch zahlreiche Fragen zu dem Paket offen, wie die Kosten der Notfallkredite oder die genaue Aufgabe des IWF.