Das Geschäft mit den belegten Brötchen läuft nicht gerade wie geschmiert. Subway, die mit knapp 800 Läden zweitgrößte Schnellimbiss-Kette in Deutschland, sieht sich durch schwache Umsätze und meuternde Franchisenehmer in Zugzwang. Einzelne Restaurantbesitzer werfen dem Franchisesystem seit Monaten schlechtes Management vor, sie kämpfen um ihre Existenz. Außerdem haben die Subway-Sandwiches in Deutschland im vergangenen Jahr weniger Käufer gefunden als andere Fastfood-Angebote.

Während der gesamte deutsche Markt um vier Prozent geschrumpft sei, habe Subway noch deutlich weniger verkauft, sagt der amerikanische Marken-Inhaber Fred De Luca, ohne genaue Zahlen zu nennen. Zeit für den Subway-Gründer, die Zügel in Deutschland selbst in die Hand zu nehmen. In einer Videobotschaft kündigt De Luca seinen rund 400 deutschen Unternehmern an, im April persönlich nach Deutschland zu kommen und nach dem Rechten zu schauen. Eine Taskforce um seinen deutschstämmigen Schwager Marty Adomat soll Verbesserungsvorschläge machen. Adomat sei eigens aus dem Ruhestand zurückgekehrt. "Ein vergleichbares Engagement vom Subway-Gründer haben wir bisher noch nicht erlebt", sagt Bernd-Rüdiger Faßbender, Präsident des Deutschen Franchise Nehmer Verbands.

Die Franchisenehmer, die die Sandwich-Filialen betreiben, haben von Subway Lizenzen erworben und sollen wöchentlich 12,5 Prozent vom Umsatz an das System überweisen – für die Nutzung der Marke, aber auch für Werbung. Das Problem: Zahlreiche Unternehmer in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern können nach eigenen Angaben seit Wochen keine Gebühren mehr an Subway zahlen, weil sie sonst Verluste machen würden. Das bekommen De Luca und seine Gebietsentwickler, die an den Gebühren beteiligt werden, direkt zu spüren. Eine offizielle Stellungnahme gibt Subway hierzu nicht. Jedoch räumt Fred De Luca in seiner Botschaft ein: "Viele deutsche Franchisenehmer haben Schwierigkeiten Geld zu verdienen, das ist eine sehr ernste Situation." De Luca nennt die Wirtschaftskrise, den Wettbewerb, aber auch die eigene öffentliche Darstellung und das Marketing als Ursachen. Dabei waren die Sandwich-Träume bislang gewaltig: Subway wollte in den kommenden zehn Jahren die Anzahl der Restaurants in Deutschland auf 1600 verdoppeln. Zum Vergleich: Marktführer McDonald’s hat in Deutschland rund 1300 Fastfood-Läden.

In den vergangenen Wochen ist der Druck auf den Subway-Gründer noch gewachsen: Unter dem Dach des Deutschen Franchise Nehmer Verbands in Bonn haben sich 40 der enttäuschten Subway-Partner erstmals zusammengetan. Sie fordern eine Unterstützungskasse von Subway für notleidende Franchisenehmer. "Es geht aber auch um niedrigere Franchisegebühren, bessere Einkaufskonditionen und neue Produktideen neben den immer gleichen Sandwiches", sagt dazu ein Beteiligter, der anonym bleiben möchte. Zu viel steht für den Unternehmer auf dem Spiel. Obwohl seine Subway-Restaurants in guter Lage viele Kunden anlocken, kann er kaum von seiner Arbeit leben, weil die laufenden Kosten und Gebühren den Umsatz aufzehren. "Der Ertrag für den Franchisenehmer hat Subway bisher nicht wirklich interessiert."

Erste Hilfe für das angekratzte Subway-Image soll erst einmal die Werbung leisten. "Für uns war Deutschland in den letzten zwölf Monaten der schwierigste Markt in Europa ", sagt Paul Reynish, CEO des International Franchisee Advertising Fund, der zentralen, unabhängigen Werbekasse aller 32.000 Subway-Läden in 89 Ländern. In Connecticut , wo auch Milliardär De Luca seine Subway-Holding Doctor’s Associates angesiedelt hat, feilt der Marketing-Experte Reynish deshalb am Turnaround für den deutschen Sandwich-Markt. "Wir investieren eine große siebenstellige Summe in eine starke Fernseh-Werbekampagne in Deutschland, die jetzt im März auf mehreren Sendern anläuft", sagt Reynish.