Isaac Stone hat 2006 mit Jack Dorsey und Evan Williams den Microblogging-Dienst Twitter gegründet. Das Unternehmen gilt als Star der Internetbranche. Es wurde zur wichtigsten Informationsquelle bei den US-Wahlen und bei den Unruhen im Iran.

ZEIT ONLINE: Warum kommen eigentlich so viele Innovationen aus den USA?

Biz Stone: Freunde aus Europa haben mir das einmal so erklärt, dass bei uns in den USA Unternehmer als Helden gelten. Der Gedanke, einen gut bezahlten Job aufzugeben und ein Unternehmerrisiko einzugehen – das wird in den USA begrüßt und gelobt. Das ist so besonders an Amerika. In vielen anderen Teilen der Welt gilt so was eher als tollkühn.

ZEIT ONLINE: China und andere asiatische Länder holen derzeit aber kräftig gegenüber dem Silicon Valley auf.

Stone: Kein Erfolg ist gottgegeben. Wir müssen besser werden, oder jemand anders wird besser als wir. Ich sehe die neue Konkurrenz aus Fernost aber auch nicht nur als Bedrohung. Das ist kein Nullsummenspiel.

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ZEIT ONLINE: Jetzt mal konkret, was hat die Innovation Twitter eigentlich für Amerika gebracht?

Stone: Dienste wie Twitter sind nicht nur ein Triumph der Technologie, sie sind ein Triumph der Menschheit! Informationen über Leute, Orte und wichtige Ereignisse sind jetzt sofort verfügbar, und zwar wann immer wir sie brauchen. Das hilft uns auch, zu erkennen, dass wir Weltbürger sind. Wir werden damit bessere Menschen.

ZEIT ONLINE: Und was machen Sie bei Twitter jetzt als Nächstes?

Stone: Wir müssen nicht nur die Technologie weiter verbessern, sondern auch als Unternehmen wachsen. Beim Größerwerden möchten wir eine Kultur etablieren, die es uns erlaubt, Gutes zu tun, Spaß zu haben und ein sinnvolles Geschäftsmodell aufzubauen.

Das Gespräch führte Julian Carl Jaursch.